Wirtschaft

Doordash auf Einkaufstour? Gorillas zum Schnäppchenpreis zu haben

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Lebensmittel in nur 10 Minuten - das ist das Versprechen von Gorillas.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gorillas, der einstige Liebling der Investoren, wird zum Problemkind. Die aktuelle Finanzierungsrunde beim Berliner Blitz-Lieferdienst trifft auf wenig Interesse. Der große US-Konkurrent Doordash wittert seine Chance, in Deutschland zu expandieren.

Der größte US-amerikanische Lieferdienst Doordash bereitet nach Informationen der "Financial Times" seine erste Investition in Europa vor. Das Unternehmen will sich demnach an dem schnell wachsenden Blitzlieferdienst Gorillas beteiligen und an dessen aktueller Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 2,5 Milliarden US-Dollar teilnehmen. Das Geschäft sei noch nicht abgeschlossen, auch der Umfang der Beteiligung von Doordash sei noch nicht bekannt, heißt es.

Eigentlich hatte sich das Berliner Startup von der neuen Finanzierungsrunde eine Bewertung in Höhe von sechs Milliarden US-Dollar erhofft. Dieses Ziel scheint aktuell in weite Ferne zu rücken. Man habe das Gefühl, dass der Deal zu den "schlechtestmöglichen Bedingungen" stattfinde, zitiert das britische Tech-Magazin "Sifted" einen Insider. Es sei außerdem denkbar, dass Doordash sogar das gesamte Unternehmen für einen "niedrigen Milliardenbetrag" kaufen könnte. Die letzte Finanzierungsrunde von Gorillas ist inzwischen vier Monate her. Die mehr als 240 Millionen Euro der Investoren katapultierten das Startup damals auf eine Rekordbewertung und machten das Unternehmen so schnell wie kein anderes zuvor zum Unicorn.

Doch die Ernüchterung folgte schnell: Streiks der Fahrer gegen die Arbeitsbedingungen, angeblich willkürliche Kündigungen und Streitereien um die Gründung eines Betriebsrats dominieren seitdem die Schlagzeilen. Die sogenannten Riders werfen dem Unternehmen vor, trotz befristeter Verträge von einem Jahr an der halbjährigen Probezeit festzuhalten, um Fahrer schnell wieder loswerden zu können. Organisiert werden die Proteste bei dem Unternehmen bislang vom Gorillas Workers Collective (GWC), einem losen Zusammenschluss von Beschäftigten.

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Auch Gründer Kagan Sümer selbst steht in der Kritik. Zuletzt machten einigen Medienberichten zufolge Gerüchte die Runde, der Gründer sei von seinem früheren Arbeitgeber wegen angeblichen Drogenkonsums gefeuert worden. Im Gespräch mit dem Portal The Information gab Sümer zu, "leistungssteigernde Mittel" während seiner Zeit bei Rocket-Internet-Venture genommen zu haben, um den Ansprüchen an seine Position gerecht zu werden.

Bislang ist Doordash nicht auf dem europäischen Markt vertreten. Konkrete Anzeichen dafür, dass sich das bald ändern könnte, gab es bereits vor den Spekulationen um eine Beteiligung bei Gorillas: Das Unternehmen sucht in Deutschland nach Personal und hat Stellen für Kuriere und Angestellte in den Bereichen Marketing, Human Resources und Strategie in Berlin ausgeschrieben.

Quelle: ntv.de, jki

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