Wirtschaft

"Durchschlagende Wirkung" Griechenlands Industrie leidet schwer

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Rasanter Absturz: Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Griechenland.

(Foto: Markit)

Griechische Unternehmen kommen nur schwer an Geld. Die Bankenschließungen setzen der Industrie heftig zu. Wie hart die Auswirkungen sind, zeigt ein viel beachteter Index.

Die wochenlangen Bankenschließungen machen der Industrie in Griechenland schwer zu schaffen. Der vom Markit-Institut veröffentlichte Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel auf ein Rekordtief von 30,2 Punkten – einen niedrigeren Stand haben die Forscher seit Beginn der Umfragen in Griechenland vor 16 Jahren noch nie gemessen. Einen solchen Absturz auch noch nicht.

Selbst während des Höhepunkts der weltweiten Finanzkrise war der Wert höher. Erst bei einer Zahl von mehr als 50 wird Wachstum signalisiert, normalerweise bewegt sich der ermittelte Wert bei allen Volkswirtschaften in diesem Bereich.

Einkaufsmanangerindex

Der Einkaufsmanagerindex ist ein viel beachtetes Konjunkturbarometer für die gesamtwirtschaftliche Lage. Für den Index werden Manager, die für ihre Unternehmen im Einkauf tätig sind, zur aktuellen Geschäftslage ihrer Betriebe befragt. Dabei werden wichtige Kenngrößen wie Auftragslage, Produktion, Exportaufträge, Beschäftigung und Einkaufspreise erhoben. Über der Schwelle von 50 Zählern wird Wachstum signalisiert.

"Insbesondere die Bankschließungen hatten durchschlagende Auswirkungen auf die dortige Wirtschaft. Damit ist Griechenland im zweiten Quartal noch tiefer in die Rezession gerutscht", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Im Juni waren die Banken in Griechenland angesichts der Kapitalabflüsse geschlossen worden. Sie werden derzeit durch Not-Hilfen der Europäischen Zentralbank am Leben gehalten. Die Geldhäuser haben ihre Schalter zwar seit dem 20. Juli wieder geöffnet. Transaktionen sind aber weiterhin nur eingeschränkt möglich. Zuletzt kamen viele Unternehmen nur schwer an Geld.

Seit dem Regierungswechsel in Athen Anfang des Jahres hat sich die dortige Wirtschaftslage massiv verschlechtert. Die Industrie Griechenlands steht allerdings nur für 12,6 Prozent der Wirtschaftsleistung und macht damit weit weniger als der Tourismus aus, auf den ein Anteil von 16,4 Prozent entfällt.

Der Rest des Euroraums zeigte sich von den Vorgängen in Griechenland dagegen unbeeindruckt: Der deutsche Einkaufsmanagerindex sank im Juli geringfügig auf 51,8 Punkte. Für Frankreich wurde ein Wert von 49,6 Punkten ermittelt.

Quelle: n-tv.de, jga/rts

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