China entzieht politische RechteGründer des Pleite-Immobilienriesen Evergrande muss lange in Haft

Der Niedergang des Immobilienkonzerns Evergrande steht symbolisch für Chinas Probleme in diesem Sektor. Der Gründer des Unternehmens wird bereits 2023 von den Behörden festgenommen. Nun ist ein Urteil gegen ihn gesprochen.
Der Gründer des insolventen chinesischen Immobilienriesen Evergrande, Xu Jiayin, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dieses Urteil verkündete das zuständige Gericht in Shenzhen im Onlinedienst WeChat. Xu würden zudem lebenslänglich alle politischen Rechte entzogen, sein gesamtes persönliches Eigentum werde beschlagnahmt. Evergrande wurde demnach zudem zu einer Milliardenzahlung verurteilt.
"Xu Jiayin bekannte sich schuldig und zeigte vor Gericht Reue", erklärte das Volksgericht mittlerer Instanz von Shenzhen in der südlichen Provinz Guangdong. In einer öffentlichen Anhörung wurde Xu, der auf Kantonesisch Hui Ka Yan heißt, den Gerichtsangaben nach der Prozess wegen einer langen Liste von Vorwürfen gemacht, darunter Korruption, Finanzbetrug, Untreue und Unterschlagung. Medienberichten zufolge wurde er 2023 festgenommen. Evergrande erklärte damals, der Konzerngründer stehe im Verdacht Straftaten begangen zu haben.
Evergrande war der größte Immobilien- und Baukonzern der Volksrepublik. Sein Niedergang steht exemplarisch für die Probleme des Sektors: Er war dank jahrzehntelanger rasanter Urbanisierung und steigender Lebensstandards massiv gewachsen und dann unter einer zu großen Kreditlast kollabiert. 2021 meldete Evergrande Insolvenz an.