Wirtschaft
Der Chef der HSH Nordbank, Stefan Ermisch, plant, sein Institut als Firmenkundenbank zu positionieren.
Der Chef der HSH Nordbank, Stefan Ermisch, plant, sein Institut als Firmenkundenbank zu positionieren.(Foto: picture alliance / Daniel Bockwo)
Donnerstag, 26. April 2018

Kostspielige Schiffsdarlehen: HSH Nordbank bleibt im Minus

Die HSH Nordbank ist fast privatisiert, doch die Bilanz sieht nicht gut aus. Das vergangene und auch dieses Jahr verbringt das Kreditinstitut in den roten Zahlen. Bankchef Ermisch sieht aber trotzdem viele Potenziale.

Der Verkauf von faulen Krediten im Zuge der Privatisierung hat die HSH Nordbank vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Wegen hoher Abschläge von gut einer Milliarde Euro bei dem Verkauf von notleidenden Schiffsdarlehen lag der Vorsteuerverlust bei 453 Millionen Euro, wie die Bank mitteilte. Operativ lief es deutlich besser: Hier lag der Gewinn bei 238 Millionen Euro, wenn man Sondereffekte rund um die erste Privatisierung einer Landesbank ausklammert.

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Hamburg und Schleswig-Holstein hatten Ende Februar die HSH auf Druck der Europäischen Union für eine Milliarde Euro an Finanzinvestoren um Cerberus und J.C.Flowers verkauft. Dem Deal müssen noch beide Länderparlamente sowie die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission zustimmen. Die Hamburger Bürgerschaft entscheidet vermutlich erst im Mai oder Juni. Der Kieler Landtag stimmte nun einstimmig der Privatisierung zu. Das bedeutet mehr als zehn Milliarden Euro Kosten für Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Bank geht davon aus, dass der Verkauf spätestens zum dritten Quartal abgeschlossen ist.

Auch im laufenden Jahr wird die HSH Nordbank rote Zahlen schreiben. Für die vorzeitige Beendigung des Rettungsschirms, den Hamburg und Schleswig-Holstein für ihre bisherige Landesbank aufgespannt hatten, werde eine Ausgleichzahlung von 100 Millionen Euro an die beiden Bundesländer fällig, sagt das Institut. Das werde zu einem Verlust vor Steuern in genau dieser Höhe führen.

"Mehrjährige Transformation"

Bankchef Stefan Ermisch will die künftige HSH - dann mit einem neuen Namen - als Firmenkundenbank positionieren. Außerdem plant er, das Auslandsgeschäft behutsam zu stärken und auch bei der Immobilienfinanzierung in Europa zu punkten. "Als kleine, gesunde und bessere Commercial-Bank aus dem Norden gibt es genug Potenziale, die wir nutzen werden", sagte Ermisch. "Vor uns liegt eine mehrjährige Transformation - von einer Landesbank hin zu einer Bank mit privaten Aktionären - und Veränderungen werden zu unserem Alltag gehören."

Wie sich die HSH Nordbank im Streit mit Zeichnern bestimmter Anleihen positionieren will, ließ Konzernchef Ermisch offen. Auf der Bilanz-Pressekonferenz wich er der Frage aus, ob das Institut Gläubigern von Hybridkapitalinstrumenten ein Rückkaufangebot machen werde. "Jede Form der Möglichkeit Kapitalstrukturen zu managen, obliegt am Ende der Entscheidung der Europäischen Zentralbank", sagte Ermisch nur. Er habe zur Ankündigung von Ende Februar nichts hinzuzufügen.

Quelle: n-tv.de