Wirtschaft

Neue Taktik bei Cyberattacken Hacker vermieten Erpressungssoftware

Ransomware-Attacken gelten derzeit als die größte Bedrohung im Cyberspace. Das große Geschäft bringt neue Ideen der Cyberkriminellen mit sich.

Ransomware-Attacken gelten derzeit als die größte Bedrohung im Cyberspace. Das große Geschäft bringt neue Ideen der Cyberkriminellen mit sich.

(Foto: picture alliance / PHOTOPQR/LA MONTAGNE/MAXPPP)

Cyberkriminelle legen Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen lahm, indem sie deren Systeme verschlüsseln und zur Freigabe der sensiblen Daten Lösegeld erpressen. Dieses Geschäft boomt so sehr, dass eine neue Generation an kriminellen Hackern die verhängnisvolle Software sogar im Mietservice anbieten.

Cyberkriminelle setzen bei ihren Erpressungsangriffen mit Verschlüsselungssoftware immer häufiger eine Art Mietsoftware ein, die von neuen Banden im Netz als Service bereit gestellt wird. Das geht aus einem Bericht der IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks hervor. Die Sicherheitsforscher beobachteten einen Generationswechsel in der Ransomware-Szene. Große und in der Szene bekannte Gruppen wie REvil und Darkside ziehen sich demnach zurück oder benennen sich um, um der Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden und der Medien zu entgehen. Dafür würden neue Gruppen aktiv.

Ransomware-Attacken gelten derzeit als die größte Bedrohung im Cyberspace. Als Ransomware werden Schadprogramme bezeichnet, die bei den Opfern den Zugriff auf Daten und Systeme einschränken oder verhindern, indem sie beispielsweise alle Festplatten verschlüsseln. Für die Entschlüsselung verlangen die Angreifer ein Lösegeld (engl. "ransom").

Zu den neuen Gruppen, die Palo Alto Networks entdeckt hat, gehört "Avos Locker", die das kriminelle Geschäft als Mietservice betreiben ("Ransomware as a Service"). Zu der Dienstleistung der Gruppe, die im Netz mit einem blauen Käferlogo auftritt, gehört auch ein vermeintliches Servicecenter. "Wie viele seiner Konkurrenten bietet Avos Locker technischen Support an, um den Opfern bei der Sanierung zu helfen, nachdem sie mit einer Verschlüsselungssoftware angegriffen wurde", heißt es in dem Bericht.

Erpressungstool mit Social-Media-Option

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Die neue Gruppe "Hive Ransomware" setze nicht nur auf die Verschlüsselung von wichtigen Daten der ausgewählten Ziele, sondern hat auch Erpressungstools entwickelt, um mit einer Veröffentlichung von sensiblen Daten Druck auszuüben. Das Tool biete sogar die Option, die gestohlenen Daten in sozialen Medien zu teilen.

Im Weißen Haus in Washington trifft sich Medienberichten zufolge nun US-Präsident Joe Biden mit den Chefs der größten Technologieunternehmen der Welt, um über die Cybersicherheit des Landes zu diskutieren. Wie Bloomberg meldet, werden an der Runde unter anderen Apple-Chef Tim Cook, Microsoft-CEO Satya Nadella und Andy Jassy von Amazon teilnehmen. In den USA hatten zuletzt Ransomware-Angriffe auf die Energieinfrastruktur Schlagzeilen gemacht, darunter eine der wichtigsten Benzinpipelines in den USA. Hinter diesen Angriffen werden vor allem in Russland ansässige Cyber-Hacking-Gruppen vermutet.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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