Tropensturm zieht Richtung USAHurrikan und Angst vor neuen Iran-Attacken treiben den Ölpreis

Ölproduzenten im Golf von Mexiko drosseln wegen eines herannahenden Tropensturms ihre Förderung deutlich. Gleichzeitig werden neue Pläne für mögliche Angriffe auf den Iran publik. Der Ölmarkt reagiert umgehend.
Die Ölpreise sind im frühen Handel deutlich gestiegen. In der Nacht sorgte ein Medienbericht über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran für höhere Ölnotierungen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember zog zuletzt um 2,26 Prozent auf 102,56 US-Dollar an.
Das Weiße Haus forderte das Pentagon einem Bericht des Magazins "The Atlantic" zufolge auf, Optionen für Angriffe auf den Iran auszuarbeiten, die noch vor den US-Zwischenwahlen im November ausgeführt werden könnten. Das Magazin berief sich auf zwei Regierungsvertreter.
Der Bericht widerspricht der bislang verbreiteten Erwartung, dass US-Präsident Donald Trump eine weitere Eskalation des Konflikts mit Teheran vor den Wahlen vermeiden würde. Über Umfang und Ziele möglicher Angriffe sowie darüber, ob die Regierung die Pläne tatsächlich umsetzt, werde noch beraten, so der Bericht.
Förderung im Golf von Mexiko massiv gedrosselt
Ölproduzenten im Golf von Mexiko haben wegen eines herannahenden Tropensturms ihre Förderung um mehr als 510.000 Barrel pro Tag gedrosselt. Das entspricht laut der Nachrichtenagentur Bloomberg etwa einem Viertel der regionalen Produktion. Der Sturm verstärkte sich anschließend zu einem Hurrikan. "Wir erwarten ab Freitag bis ins Wochenende hinein vielfach gefährliche, lebensbedrohende Auswirkungen entlang Abschnitten der nördlichen Golf-Küste", sagte Michael Brennan, der Direktor des Hurrikan-Zentrums.
Die Ölpreise sind in diesem Jahr kräftig gestiegen. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat die Exporte aus dem Nahen Osten eingeschränkt und Energieinfrastruktur beschädigt. Im Persischen Golf ist ein Tanker rund 90 Kilometer nördlich des Golfemirats Katar unter Beschuss geraten. Das berichtete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) auf der Plattform X unter Berufung auf eine überprüfte Quelle.
Saudi-Arabien übte als Reaktion auf die Angriffe auf Flughäfen im Land Vergeltung. Die Streitkräfte der Koalition hätten eine umfassende Operation gestartet und 82 militärische Ziele der Huthi-Miliz im Jemen in den Provinzen Saada, Marib, Al-Dschauf und Al-Hudaida zerstört, teilte der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, Turki al-Maliki, mit.
"Die Lieferungen aus dem Nahen Osten haben sich erholt, doch das knappe Angebot an Ölprodukten, extrem hohe Transportkosten und das große Risiko einer iranischen Eskalation halten die Preise auf hohem Niveau", sagte Saul Kavonic, Analyst bei MST Marquee, der Nachrichtenagentur Bloomberg.