Wirtschaft

Ungleichheit in Deutschland IWF kritisiert geringe Belastung der Reichen

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Die Einkommensverteilung ist in Deutschland ungleich verteilt.

(Foto: imago/allOver-MEV)

Der Internationale Währungsfonds fordert einem Bericht zufolge einen stärkeren Kampf gegen die Ungleichheit in Deutschland. Die Organisation kritisiert die geringen Belastungen von Vermögenden. Zudem empfiehlt sie stärkere Lohnsteigerungen für mehr Wachstum.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert laut einem  Medienbericht von Deutschland politische Maßnahmen gegen die Ungleichheit im Land. Die Bundesregierung müsse mehr zur Stärkung des "inklusiven Wachstums" tun, schreibt der IWF im Entwurf seines diesjährigen Deutschland-Berichts, wie das "Handelsblatt" berichtete. Der Währungsfonds kritisiert demnach vor allem die hohen Abgaben unterer Einkommen und die zu geringe Belastung von Vermögenden.

Die erste Bilanz der IWF-Analyse soll am kommenden Montag erscheinen. Der IWF schlägt in seiner Analyse auch eine Liberalisierung des Dienstleistungssektors und des Arbeitsmarktes vor. Eine weitere Möglichkeit für mehr Wachstums seien stärkere Lohnsteigerungen. Ein Anheizen der Inflation sei dadurch nicht zu erwarten, da die Kerninflationsrate immer noch bei nur rund 1 Prozent liege, hieß es.

Hartz-Reform sollte nicht zurückgenommen werden

Die Ökonomen warnen zudem davor, die Hartz-Reformen zurückzudrehen. Sie hätten einen wichtigen Beitrag zur Rekordbeschäftigung in Deutschland geleistet, und damit das Wachstum gestärkt, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf den Entwurf des Deutschland-Berichts.

Ein drittes Element, um mehr Wachstum für alle zu schaffen, seien höhere Investitionen, insbesondere in die Infrastruktur. Deutschland hat aus Sicht des IWF als eine der wenigen großen Volkswirtschaften fiskalischen Spielraum für höhere Staatsausgaben. Die Steigerung der Infrastrukturinvestitionen sei eine Toppriorität, so die IWF-Ökonomen.

Quelle: n-tv.de, sgu/DJ/AFP

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