Wirtschaft

Bei 3. Hellas-Paket wohl dabei IWF verlangt die Umschuldung

328DD8005A4C86C8.jpg6723047184685829330.jpg

Christine Lagarde will auch die maximale Senkung der Zinsen.

(Foto: AP)

Bei der finanziellen Hilfe für Griechenland will der IWF mit an Bord bleiben. Seine Chefin Lagarde stellt dafür aber eine wichtige Bedingung. Sie verlangt erneut eine Schuldenerleichterung durch verlängerte Laufzeiten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt Bedingungen für seine Teilnahme an einem dritten Hilfsprogramm für Griechenland. So müssten eine Umschuldung und ehrgeizige Reformen gesichert sein, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde dem französischen Radiosender Europe1. Eine Lösung der griechischen Probleme sei ohne eine Umschuldung nicht möglich, auch wenn ein regelrechter Schuldenschnitt nicht in Frage komme.

Die Schuldenerleichterung sei möglich durch verlängerte Laufzeiten, eine Ausweitung der Stundungen und eine maximale Senkung der Zinsen, sagte Lagarde. "Das ist nicht aus einer Laune heraus", meinte die Französin. "Der IWF pfuscht nicht in den griechischen Angelegenheiten herum, das sind die Regeln, die für alle IWF-Mitgliedsländer aufgestellt wurden."

Der IWF und der größte IWF-Anteilseigner, die USA, haben die Eurozone wiederholt gewarnt, dass Griechenland eine weit größere Umschuldung benötigt als bislang erwogen, da inzwischen die Kapitalverkehrskontrollen die bereits geschwächte Wirtschaft des Landes abwürgen.

Frankreich gegen direkten Haircut

Die Gespräche mit Athen werden nach Auskunft Lagardes mindestens vier Wochen dauern, da die Situation noch komplexer geworden sei. "Wir haben mit den griechischen Teams seit sechs Monaten nicht mehr gearbeitet, wir haben zum Beispiel keine Informationen über das Finanzsystem." Die Öffnung der griechischen Banken am Montag sei wahrscheinlich, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) eine Erhöhung der Notkredite um 900 Millionen Euro gewährt hat.

In einem Interview mit der gleichen Radiostation sagte Frankreichs Finanzminister Michel Sapin, er sei für eine Umschuldung der griechischen Staatsschulden, aber gegen einen direkten Haircut, weil dies gegen die Interessen der französischen Steuerzahler sei. "Wir müssen unser Geld zurückbekommen", sagte Sapin.

Quelle: ntv.de, wne/DJ

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.