Wirtschaft
Im Finanzministerium in Athen könnte in den kommenden Tagen angespannte Ruhe herrschen.
Im Finanzministerium in Athen könnte in den kommenden Tagen angespannte Ruhe herrschen.(Foto: REUTERS)
Freitag, 03. April 2015

Gespräche in Athen bringen nichts: IWF zieht Fachleute ab

Der IWF ist unzufrieden mit den unproduktiven Gesprächen in Athen und gibt seinen Mitarbeitern Medienberichten zufolge über Ostern frei. Wenn jetzt die Griechen tatsächlich auf das orthodoxe Osterfest bestehen, werden Zeit und Geld noch knapper.

Kommende Zahlungen an den IWF

1. Mai                    201 Mio. Euro

12. Mai                  769 Mio. Euro

5. Juni                   307 Mio. Euro

12. Juni                 346 Mio. Euro

16. Juni                 576 Mio. Euro

19. Juni                 346 Mio. Euro

13. Juli                  461 Mio. Euro

1. August              179 Mio. Euro

4. September        307 Mio. Euro

14. September      346 Mio. Euro

Quelle: IWF

Die Führung des Internationalen Währungsfonds hat aus Ärger über die anhaltende Reformverweigerung Athens ihre Fachleute vorübergehend zurückbeordert. Das berichtet der "Spiegel". Angesichts der absehbaren Ergebnislosigkeit weiterer Gespräche sollen die Mitarbeiter die Osterfeiertage zu Hause verbringen können.

Damit erhöht sich der Zeitdruck weiter, denn die griechische Seite erklärte im Gegenzug, das orthodoxe Osterfest, das eine Woche später stattfindet, ungestört von Verhandlungen feiern zu wollen. Damit würden die Gespräche darüber, wie Griechenland an die dringend benötigten Gelder kommen soll, erst Mitte April weitergehen.

Spitze Töne

Dem Abzug der Experten waren neue Misstöne vorausgegangen. Der IWF hatte in einer Telefonkonferenz der stellvertretenden Finanzminister der Euro-Gruppe am Mittwoch kritisiert, dass man seit dem Regierungswechsel in Athen nur vier Tage vernünftig habe verhandeln können. Das sei nicht erstaunlich, parierte daraufhin der Generalsekretär im griechischen Finanzministerium, Nikos Theocharakis. Schließlich seien die Troika-Beamten völlig inkompetent.

Theocharakis kündigte, wie bereits zuvor Griechenlands Innenminister Nikos Voutzis an, dass Griechenland eine nächste Woche fällige Kreditrate an den IWF wohl nicht zahlen werde. Am 09. April sei man "dem Ende nahe", so Theocharakis. Griechenland muss dann dem IWF rund 460 Millionen Euro überweisen.

Das Athener Finanzministerium hatte am Freitag allerdings in einem Kommuniqué Medienberichte dementiert, wonach dem griechischen Staat an diesem Tag das Geld ausgehen werde. "Der Staat kann seinen anstehenden Zahlungsverpflichtungen nachkommen", sagte der stellvertretende Finanzminister Dimitris Mardas. Die Verhandlungen mit den Geldgebern könnten dazu führen, dass die Liquidität auf Dauer gesichert werde. Die Szenarien von einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone seien eine "Scheinrealität".

Quelle: n-tv.de

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