Wirtschaft

Beginn einer Bodenbildung Ifo: Konjunktur stabilisiert sich

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In der Industrie hellt sich die Stimmung etwas auf.

(Foto: dpa)

In den deutschen Chefetagen verdüstert sich die Stimmung nicht weiter. Die Ifo-Konjunkturforscher denken bereits laut über eine leichte Erholung. Doch längst nicht alles Ökonomen teilen den Optimismus.

Die deutsche Wirtschaft hat sich nach monatelanger Talfahrt im Herbst offenbar wieder etwas gefangen. "Die deutsche Konjunktur stabilisiert sich", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die deutschen Chefetagen beurteilten die Geschäftslage schlechter, die Aussichten hingegen besser als zuletzt. Während das Ifo-Institut nun mit einer leichten Erholung der Konjunktur rechnet, sehen manche Ökonomen die Rezessionsgefahr noch nicht gebannt.

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Das vom Ifo-Institut veröffentlichte Barometer für das Geschäftsklima im Oktober verharrte auf dem Vormonatswert von 94,6 Punkten. Für die monatliche Umfrage unter rund 9000 Managern war von Ökonomen ein leichter Rückgang erwartet worden, nachdem es im September einen überraschenden Anstieg gegeben hatte.

Die Stagnation des Geschäftsklimas bei gleichzeitig etwas weniger pessimistischen Erwartungen ist eine willkommene Versicherung, dass die deutsche Wirtschaft nicht ins Bodenlose stürzt, sagte der Ökonom Klaus Borger von der staatlichen Förderbank KfW. Als positives Signal gilt zudem, dass im Verarbeitenden Gewerbe der Abwärtstrend vorerst gestoppt wurde. Die Stimmung hellte sich auf.

Dies war laut Ifo auf merklich weniger pessimistische Erwartungen der Industriefirmen zurückzuführen. "Vielleicht ist das jetzt der Beginn der Bodenbildung", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. Für das vierte Quartal erwartet das Münchner Institut, dass die Wirtschaftsleistung leicht zulegen wird. Diese ist nach Ansicht der Bundesbank möglicherweise im dritten Quartal geringfügig gesunken.

Volkswirt Stefan Bielmeier von der DZ Bank sieht derweil noch keinen Anlass, mit Blick auf die Konjunkturentwicklung Entwarnung zu geben: "Unsicherheit bleibt der bestimmende Faktor für Wirtschaft und Finanzmärkte." Zwar könnten mit dem Brexit und dem US-chinesischen Handelsstreit zwei der wichtigsten politischen Belastungsthemen jüngst einer Lösung nähergekommen sein. Doch noch herrsche keine Klarheit, wohin die Reise gehe.

Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe bleibt mit Blick auf die deutsche Konjunkturentwicklung skeptisch: "Der Rezessionsspuk geht weiter." Auch der Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel, schlägt pessimistische Töne an: "Die deutsche Volkswirtschaft wird in den kommenden Monaten dahinsiechen."

Quelle: ntv.de, jwu/rts