Wirtschaft

Inflationsangst macht sich breitIran-Krieg holt die Wall Street ein

03.03.2026, 22:49 Uhr
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(Foto: AP)

Nach der Ruhe des Vortags zieht an den US-Börsen die Nervosität ein. Steigende Energiepreise und wachsende Inflationsängste bremsen die Kauflaune. Die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen verpuffen.

Nachdem die US-Börsen am Vortag noch kaum auf den neuen Krieg im Iran reagiert hatten, holte der weitere Kreise ziehende Konflikt die Wall Street ein. Zunehmend machte sich Nervosität breit, was auch an den steigenden Volatilitätsindizes erkennbar wurde. Zur Kriegs- hat sich nun Inflationsangst gesellt. Denn die Ölpreise setzten ihren rasanten Anstieg fort, wenngleich sie von den Tageshochs zurückkamen. Für etwas Entspannung sorgten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, laut denen die US-Marine bei Bedarf damit beginnen werde, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,8 Prozent auf 48.501 Punkte. Der S&P-500 gab 0,9 Prozent auf 6816 nach, der Nasdaq-Composite fiel um 1 Prozent. An der Nyse wurden 628 (Montag: 1561) Kursgewinner gesehen, denen 2143 (1.201) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 44 (69) Titel.

Der Iran hat gedroht, Energieinfrastruktur zu zerstören und Schiffe "zu verbrennen", die die Straße von Hormus passieren - ein wichtiger Transportweg für Öl. Anleger fürchten, dass steigende Ölpreise die Inflation in die Höhe treiben und die US-Notenbank längere Zeit davon abhalten werden, ihre Geldpolitik zu lockern. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um mehr als 4 Prozent an.

Gold gibt Gewinne wieder ab

Die zunehmenden Inflationsgefahren und daraus resultierenden schwindenden Zinssenkungshoffnungen ließen am US-Anleihemarkt die Renditen weiter steigen. Die Rendite zehnjähriger Titel legte um 1 Basispunkt auf 4,06 Prozent zu. Am frühen Montag stand die Zehnjahresrendite noch unter 4 Prozent.

Der Dollar profitierte von seinem Ruf als Fluchtwährung und wertete weiter auf. Mit dem Dollarindex ging es um 0,7 Prozent nach oben. Der Euro wertete auf 1,1617 Dollar ab. Gold gab anfängliche Gewinne ab. Der Preis für die Feinunze sackte um 4,2 Prozent ab. Hier dürfte der festere Dollar bzw. die nachlassende Zinssenkungsfantasie belastet haben.

Airline-Titel stabilisieren sich

Wichtige US-Konjunkturdaten wurden nicht veröffentlicht. Unternehmensnachrichten waren ebenfalls rar. Die steigenden Öl- und Gaspreise weckten neben Inflations- auch Konjunktursorgen und somit die Befürchtung einer geringeren Nachfrage. Exxon Mobil verloren 1,5 Prozent.

Bei den am Vortag stark gefragten Rüstungsaktien wurden Gewinne mitgenommen. RTX verbilligten sich um 2,7 und Northrop Grumman um 1,1 Prozent. Die Aktien von Fluggesellschaften konnten sich stabilisieren. American Airlines fielen um weitere 0,5 Prozent, United Airlines um 0,6 Prozent, während Delta Air Lines sogar 0,5 Prozent fester schlossen. Die Aktie des Kreuzfahrtveranstalters Carnival gab um 2,1 Prozent nach.

Die Bilanzsaison in den USA ist schon fast beendet. Als einer der Nachzügler legte Target Geschäftszahlen für das vierte Quartal vor, die besser ausfielen als angenommen. Die Aktie des Einzelhändlers stieg um 6,7 Prozent.

Quelle: ntv.de, mau/DJ

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