Wirtschaft
Im Geschäft mit der Elektromobilität erwartet das Management von Innogy einen Verlust von 50 Millionen Euro.
Im Geschäft mit der Elektromobilität erwartet das Management von Innogy einen Verlust von 50 Millionen Euro.(Foto: picture alliance / Rolf Vennenbe)
Montag, 14. Mai 2018

Gewinneinbruch im Auftaktquartal: Innogy verliert Hunderttausende Kunden

Der Energieversorger Innogy kämpft mit Kundenschwund und Gewinneinbußen. Im ersten Quartal sinkt der Nettogewinn des Konzerns um knapp elf Prozent. Schuld am Rückgang ist vor allem der Vertrieb auf dem umkämpften Strommarkt.

Der vor der Zerschlagung stehende Energiekonzern Innogy hat im ersten Quartal weniger verdient als ein Jahr zuvor. Grund waren ein schwächeres Vertriebsgeschäft sowie ein schlechteres Finanzergebnis im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Unternehmen mit. Der bereinigte Nettogewinn sank um knapp 11 Prozent auf 610 Millionen Euro. Dennoch bestätigte der Konzern die Jahresprognose.

Der RWE-Tochter rannten binnen eines Jahres eine Viertelmillion Kunden davon. Die seit langer Zeit schwächelnde britische Tochter Npower konnte zwar zulegen, dafür musste Innogy in Deutschland Federn lassen. Im Geschäft mit der Elektromobilität erwartet das Management 2018 einen Verlust von 50 Millionen Euro.

Innogy steht im Mittelpunkt einer Neuausrichtung des deutschen Energiemarktes. Die beiden Energieriesen Eon und RWE wollen die RWE-Tochter zerschlagen und die Geschäfte neu aufteilen. Im ersten Schritt will Eon Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug RWE am eigenen Unternehmen mit knapp 17 Prozent beteiligen. Eon würde das lukrative Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden sollen.

Hohe Beschaffungskosten

Zu der geplanten Übernahme durch Eon wollten sich Vorstandschef Uwe Tigges und Finanzchef Bernhard Günther am Vormittag äußern. Vorstand und Aufsichtsrat hatten in der vergangenen Woche keine Empfehlung für die Offerte abgegeben. Sie sorgen sich insbesondere um die Mitarbeiter, da Eon im Zuge der Verschmelzung rund 5000 der über 70.000 Stellen streichen will. In der am Freitag mit den Gewerkschaften erzielten Einigung, wonach betriebsbedingte Kündigungen praktisch ausgeschlossen werden, sieht das Management nur einen Schritt in die richtige Richtung.

Während sich das Geschäft mit erneuerbarer Energie und den Netzen positiv entwickelte, ging es im Vertrieb bergab. Innogy verwies dabei auf höhere Beschaffungskosten. Im deutschen Vertriebsgeschäft schrumpfte der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 211 Millionen Euro von 268 Millionen. Rund 80.000 Strom- und Gaskunden kehrten Innogy den Rücken. Das Vertriebsgeschäft ist hierzulande stark umkämpft. Zahlreiche Anbieter versuchen mit Bonuszahlungen von mehreren hundert Euro neue Kunden zu locken.

Quelle: n-tv.de