Wirtschaft

Geschäft mit Medizinalhanf boomt Israel erlaubt Export von Cannabis

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Auf großen Plantagen züchten Israelis die Cannabis-Pflanzen.

(Foto: picture alliance / ABIR SULTAN/d)

Epilepsie, Parkinson oder Morbus Crohn: Medizinisches Cannabis wird in Israel für die Behandlung vieler Krankheiten eingesetzt. Das Land gilt als Vorreiter in der Erforschung und Herstellung von Marihuana. Nun dürfen die Produkte auch weltweit vertrieben werden.

Israels Regierung hat grünes Licht für den Export von medizinischem Cannabis gegeben. Die Minister stimmten bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem für den Beschluss. Das Parlament hatte bereits im Dezember ein entsprechendes Gesetz gebilligt. Das kleine Land am Mittelmeer gilt weltweit als sehr fortgeschritten in der Erforschung und dem Anbau von medizinisch nutzbarem Cannabis sowie der Herstellung von Marihuana-Produkten.

Der Export soll frühestens in einem halben Jahr beginnen. Israels Finanzministerium rechnet damit, dass die Exportgenehmigung "einen neuen Markt für israelische Hersteller eröffnen wird". Dies werde auch Investitionen in Landwirtschaft, Forschung und Produktion erhöhen sowie neue Arbeitsplätze schaffen. Israel erhofft sich nach Medienberichten von dem Export legaler Cannabis-Produkte zusätzliche Steuereinnahmen von einer Milliarde Schekel (umgerechnet 239 Millionen Euro).

Cannabis wird in Israel schon für die Behandlung einer ganzen Reihe von Krankheiten eingesetzt, wie etwa Epilepsie, Parkinson und Morbus Crohn. Seine Wirkstoffe können auch schmerzlindernd wirken. In Deutschland dürfen Ärzte seit März 2017 Cannabis verschreiben. Die Pflanzen für die Arzneimittel stammen bisher aus Kanada und den Niederlanden.

Der Handel mit legalem Cannabis boomt: Nach Einschätzung des US-Marktforschers BDS Analytics wird der globale Umsatz im legalen Cannabismarkt von umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro im Jahre 2018 auf knapp 28 Milliarden Euro im Jahre 2022 ansteigen.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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