Wirtschaft

Mit 10 Jahren Verspätung Israels erste Schnellstrecke wird 2019 fertig

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Auf der neuen Schnellstrecke fahren erstmals elektrische Züge in Israel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit fast 17 Jahren wird in Israel an einer schnellen Bahnverbindung zwischen Tel Aviv und Jerusalem gebaut, deutsche Unternehmen sind mit Großaufträgen dabei. Nächstes Jahr soll die Strecke endlich fertig werden. Erstmal aber gibt es noch technische Probleme.

Die geplante Schnellbahnstrecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem soll erst im Jahr 2019 endgültig fertiggestellt werden. Der Abschnitt zwischen Tel Aviv und dem Flughafen Ben Gurion solle erst in einigen Monaten eröffnet werden, teilte ein Sprecher der israelischen Bahngesellschaft mit. Mit zehnjähriger Verspätung war Ende September zumindest die Teilstrecke zwischen dem Flughafen und Jerusalem in Betrieb genommen worden. Wegen Sicherheitsbedenken hatte die Israelische Bahn den Tüv Süd engagiert.

Ein großer Teil der Trasse wurde vom Bauunternehmen Max Bögl aus der Oberpfalz hergestellt. Fast 17 Jahre lang wurde an sogenannten King-David-Linie gebaut. 6,5 Milliarden Schekel (rund 1,54 Milliarden Euro) hat das Mammutprojekt gekostet: Neun Brücken und fünf Tunnel wurden gebaut - auf insgesamt 57 Kilometern Strecke. Sie soll in weniger als 30 Minuten Fahrtzeit die beiden größten Städte Israels und den internationalen Flughafen Ben Gurion verbinden - und helfen, massive Staus in den Ballungszentren aufzulösen.

Bisher dauert eine Bahnfahrt mehr als 90 Minuten und aktuell muss noch jeder, der von Jerusalem nach Tel Aviv will, am Flughafen in die herkömmlichen Züge umsteigen. Zwar lägen auf dem letzten Wegstück nach Tel Aviv bereits die Gleise und alle Anlagen, teilte die Bahngesellschaft weiter mit. Jedoch fehlten die Oberleitungen, damit die elektrischen Züge fahren könnten.

Linienführung politisch umstritten

Auf der Strecke werden in Israel erstmals die alten Dieselzüge von elektrischen abgelöst. Bis 2011 hatte die Deutsche Bahn als Beraterin bei der Elektrifizierung mitgewirkt und nach eigener Auskunft "kleine Ingenieursarbeiten" verrichtet. Die Fahrzeuge sollen ebenfalls aus Deutschland kommen: Siemens soll nach eigenen Angaben bis 2020 insgesamt 60 Züge an die israelische Bahn liefern und ein Instandhaltungsdepot in der Küstenstadt Aschkelon bauen. Auftragsvolumen: 900 Millionen Euro.

In den ersten Wochen nach der Eröffnung kam es allerdings immer wieder zu massiven Problemen im Betrieb. Nach Medienberichten gab es Ausfälle und Verspätungen. Technische Probleme sorgten etwa dafür, dass ein Zug mehrere Stunden in einem Tunnel feststeckte.

Die Strecke führt nach Angaben der Arabischen Studiengesellschaft an zwei Stellen durch das von Israel besetzte Westjordanland und ist deshalb völkerrechtlich umstritten. In Jerusalem endet die Fahrt zurzeit im neuen Bahnhof Izchak Navon im Stadtzentrum. Von dort aus soll ein weiterer Abschnitt bis zur Jerusalemer Klagemauer folgen. Der dortige Bahnhof soll nach Plänen des Transportministers nach US-Präsident Donald Trump benannt werden.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa

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