Wirtschaft

Rund 60.000 Fahrzeuge betroffen KBA verdonnert Audi zu Diesel-Rückruf

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Drei-Liter-Dieselmotoren von Audi hatten eine "unzulässige Abschalteinrichtung" der Abgasreinigung - die Folge: Rückruf.

(Foto: imago/Arnulf Hettrich)

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat gesprochen: Autobauer Audi muss mehreren Tausend Dieselautos ein Software-Update verpassen - darunter 33.000 Fahrzeuge in Deutschland. Vom Rückruf sind die Modelle A6 und A7 betroffen.

Nun muss Autobauer Audi ganz offiziell den Rückruf von Tausenden Audi A6 und A7 veranlassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bekanntgegeben hat. Wie ein Sprecher der Behörde sagte, sei bei den betroffenen Fahrzeugen mit einem Drei-Liter-Dieselmotor eine "unzulässige Abschalteinrichtung" der Abgasreinigung entdeckt worden. Diese müsse Audi nun entfernen. Wie ein Audi-Sprecher sagte, werden EU-weit rund 60.000 Fahrzeuge zurückgerufen.

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Anfang Mai hatte das KBA nach einem Hinweis von Audi selbst Ermittlungen aufgenommen. Damals sprach Audi von "Auffälligkeiten in der Steuerungssoftware bei V6-Dieselmotoren" und stoppte die Auslieferung der betroffenen Fahrzeuge der Modelle A6/A7. Weltweit seien insgesamt 60.000 Autos davon betroffen - 33.000 in Deutschland - für die der Autobauer ein Software-Update bereitstellt. Die seit 2014 gebauten Fahrzeuge befinden sich laut Audi teils bei Händlern, teils bei Käufern.

Zunächst hatte der "Spiegel" über den Rückruf berichtet. Weil der Wagen in Luxemburg seine Emissions-Typgenehmigung erhalten hatte, musste sich das KBA laut Bericht vor dem offiziellen Rückruf mit den Behörden im Nachbarland abstimmen.

Manipulationen verärgern Scheuer

Vergangene Woche hatte sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit Audi-Vorstandschef Rupert Stadler getroffen und über die Dieselmanipulationen gesprochen. Scheuer soll laut dem Bericht "erbost" gewesen sein, weil er die Dieselfahrer zum Umtausch ihrer alten Autos gegen solche der neuen Schadstoffklasse Euro 6 gedrängt hatte - zu dieser Klasse gehören allerdings auch die nun zurückgerufenen Autos.

Wie der "Spiegel" Anfang Mai berichtete, soll bei den Fahrzeugen eine Software zum Einsatz kommen, die die Abgasreinigung herunterfährt, sobald das sogenannte AdBlue zur Neige geht. Dabei handelt es sich um Harnstoff, den Katalysatoren brauchen, um Stickoxide aus den Abgasen zu filtern.

Allerdings sollte AdBlue demnach nicht vom Kunden selbst, sondern beim Servicetermin in der Werkstatt nachgefüllt werden. Deshalb habe Audi die Einspritzung des Harnstoffs in den letzten 2400 Kilometern, bevor er zur Neige geht, deutlich reduziert. Dadurch steigt laut "Spiegel" aber der Stickoxid-Ausstoß sprunghaft an.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP/dpa