Wirtschaft

So "sicher" wie echter Fisch Kanada lässt Gen-Lachs zu

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Der Lachs steht auf der Liste der gefährdeten Fischarten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Er kann sich nicht fortpflanzen, wächst in Turbo-Geschwindigkeit und ist nahrhaft wie richtige Fische: Die Rede ist vom AquAdvantage Salmon, einem genveränderten Lachs, der jetzt in Kanada verkauft werden darf. Verbraucherschützer sind entsetzt.

Auch in Kanada dürfen jetzt gentechnisch veränderte Fische verkauft werden. Das kanadische Gesundheitsministerium autorisierte den Vertrieb eines atlantischen Lachses, dessen Wachstum durch Gene pazifischer Lachse beschleunigt wurde. Dreijährige Tests hätten erwiesen, dass der Lachs "so sicher und nahrhaft wie konventioneller Fisch" sei.

Der Speisefisch mit dem Namen AquAdvantage Salmon wird von der US-Firma AquaBounty Technologies gezüchtet. Er ist binnen 16 bis 18 Monaten ausgewachsen - ohne Genveränderung dauert dies beim atlantischen Lachs 30 Monate. Die Firma zieht die Fische in Anlagen in Kanada groß.

Die Gen-Lachse sind in den USA und in Kanada umstritten. Die kanadische Verbraucherschutzorganisation Vigilance OGM kritisierte, die Genehmigung sei ohne vorherige Konsultationen und unabhängige Studien erfolgt. Einer Umfrage vom vergangenen Jahr zufolge wollen 45 Prozent der Kanadier keinen gentechnisch veränderten Lachs essen. Auch sei ein Überangebot komplett unnötig. 88 Prozent der Befragten forderten eine verpflichtende Kennzeichnung für gentechnisch veränderte Tierprodukte.

Die Verbraucherschützer warnen außerdem vor Gefahren für andere Fische, wenn einer der genetisch modifizierten Lachse in die freie Wildbahn gelange. Die US-Behörden hatten diese Sorge für unbegründet erklärt, da die Gen-Lachse sich nicht fortpflanzen könnten.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP

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