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Sonntag, 05. November 2017

Gläubiger gehen wohl leer aus: KfW lässt Air-Berlin-Erlös pfänden

Mit 150 Millionen Euro stützt die KfW Bankengruppe die Pleite-Fluglinie Air Berlin. Damit sie beim Verkauf der Reste des Unternehmens nicht leer ausgeht, sorgt die Staatsbank jetzt vor.

Die staatseigene KfW Bankengruppe hat laut einem Zeitungsbericht den Verkaufserlös für Air Berlin gepfändet. Damit sei die Rückzahlung des Überbrückungskredites über 150 Millionen Euro, den die Bundesregierung der Fluggesellschaft nach ihrem Insolvenzantrag gewährt hatte, nicht gefährdet, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Finanzkreise.

Die KfW habe sich "dingliche Sicherungen" auf den Verkaufserlös eintragen lassen. Damit habe die Bank ein Pfandrecht und dürfe zuerst die Kreditsumme plus Zinsen einziehen, sobald der Kaufpreis an Air Berlin fließe, berichtet die Zeitung. Der Rest der Summe stehe dann für Verfahrenskosten und sonstige Gläubiger zur Verfügung.

Das Unternehmen hat allerdings bereits gewarnt, dass selbst etliche seiner vorrangigen Gläubiger leer ausgehen dürften. Am 1. November hatte Insolvenzverwalter Lucas Flöther im Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Berlin-Charlottenburg erklärt, dass Air Berlin möglicherweise nur noch die Kosten ihres Insolvenzverfahrens decken könne. Die Masse werde voraussichtlich nicht ausreichen, um die darüber hinausgehenden Masseverbindlichkeiten zu erfüllen.

Der Verkauf soll insgesamt rund 250 Millionen Euro einbringen. Die Deutsche Lufthansa zahlt gut 200 Millionen für Unternehmensteile mit insgesamt 80 Flugzeugen, Easyjet etwa 40 Millionen für 24 Flugzeuge. Die Summe könne sich aber noch um einige Millionen mindern, schreibt die BamS. Sie hänge zum Beispiel davon ab, ob die Lufthansa alle Flüge übernehmen darf oder von den Kartellbehörden die Auflage bekommt, bestimmte Startrechte abzugeben. "Es könnte sein, dass die Lufthansa noch einige Positionen vom Kaufpreis abziehen darf", sagte ein Insider der Zeitung.

Quelle: n-tv.de

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