Wirtschaft

Sorge um Brexit und Terrorgefahr Konsumklima trübt sich etwas ein

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Im Herbst sind die Verbraucher weniger optimistisch: Der GfK-Konsumklimaindex geht leicht zurück.

(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschlands Verbraucher sind beunruhigt: Der Brexit und die jüngsten Terroranschläge in Bayern lassen die Sorge vor einer Konjunkturdelle wachsen - dennoch will die GfK nicht von einer negativen Trendwende sprechen.

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucher hat sich laut den Marktforschern der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im September leicht abgeschwächt. Die Bürger sähen die Wirtschaft auf schwächerem Wachstumskurs, auch Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung gingen zurück, teilte die GfK mit. Offenbar zeige die Brexit-Entscheidung vom Juni inzwischen Wirkung; zudem seien die Verbraucher sicherlich auch durch die nach den Anschlägen in Bayern bewusster wahrgenommene Terrorgefahr stärker beunruhigt.

Der GfK-Konsumklimaindex wird im Oktober vermutlich von 10,2 auf 10,0 Punkte zurückgehen, wie die Marktforscher prognostizierten. Die Verbraucher sehen die Konjunkturentwicklung demnach "etwas verhaltener". Der Rückgang sei schon der dritte in Folge. "Offenbar sehen die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten auf einem schwächeren Wachstumskurs", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Bei der Einkommenserwartung der Bürger setze sich das "regelmäßige Auf und Ab der vergangenen Monate" fort; der Teilindex, der im August noch zugelegt hatte, ging im September wieder zurück. Er blieb aber deutlich über der 50-Punkte-Marke, das heißt laut GfK: Die Verbraucher bleiben "überaus optimistisch", was angesichts des stabilen Arbeitsmarktes und steigender tariflicher Einkommen auch berechtigt sei.

Kauflust dennoch "auf hohem Niveau"

Dennoch ging auch die von der GfK ermittelte Anschaffungsneigung im September zurück. Doch die Marktforscher verwiesen auch hier auf das weiter "überaus hohe Niveau". Bürkl betonte: "Auch hier kann man nicht von einer Trendwende sprechen." Die Kauflust bleibe also ungebrochen.

Der aktuelle Rückgang beim Konsumklima zeige aber, dass die Konsumstimmung nicht völlig immun gegenüber einer zunehmenden Verunsicherung sei, erklärte Bürkl. Sie bleibe aber bei ihrer Prognose für das Gesamtjahr, in dem sie mit einem Anstieg der realen privaten Konsumausgaben von etwa zwei Prozent rechnet.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/DJ