Ermittlungen gegen Tochter-FirmaKühne+Nagel könnte in Nvidia-Chip-Schmuggel nach China verwickelt sein

US-Präsident Donald Trump beschränkt den Export hochmoderner Chips für künstliche Intelligenz. Auf Umwegen gelangen diese trotzdem nach China. Auch Logistiker müssen nun Konsequenzen fürchten.
Die US-Regierung ermittelt gegen Apex Logistics wegen des Verdachts, dass die Tochter des Logistik-Konzerns Kühne+Nagel am Schmuggel von KI-Chips von Nvidia nach China beteiligt ist. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Apex hat seinen Sitz in Singapur. Eine Sprecherin von Kühne+Nagel teilte ntv.de auf Anfrage mit, Apex kooperiere vollumfänglich mit den zuständigen Behörden. Der Fall habe keinen Bezug zu Kühne+Nagel.
Die Chips der US-Firma Nvidia spielen eine entscheidende Rolle im Rennen um die Entwicklung künstlicher Intelligenz. US-Präsident Donald Trump hat deren Export nach China beschränkt. Die amerikanischen Behörden prüfen laut Bloomberg, ob Apex gegen die Ausfuhrbeschränkungen verstoßen hat, indem möglicherweise KI-Systeme des Herstellers Super Micro Computer transportiert wurden.
Infolge der Exportkontrollen hat sich dem Bericht zufolge ein ausgeklügelter Schwarzmarkt gebildet, über den Nvidia-Chips im Wert von mehreren Milliarden Dollar nach China gelangt sein sollen. Auf dem Weg dorthin durchlaufen diese oft mehrere Länder. Auf den Schmuggelrouten, bei denen die USA Apex der Beihilfe verdächtigen, gelangten laut den Insidern Server von Taiwan in die USA, von dort nach Asien und schließlich Hongkong - und von dort aufs chinesische Festland.
Apex war ursprünglich ein chinesischer Luftfrachtdienstleister und wurde 2021 von Kühne+Nagel übernommen. Jahrzehntelanger Leiter des Schweizer Logistik-Riesen war der vor wenigen Tagen verstorbene Milliardär Klaus-Michael Kühne aus Hamburg.
Die untersuchten Apex-Lieferungen fanden 2024 statt. Absender war dem Bericht zufolge nicht der Hersteller Super Micro Computer selbst.