Wirtschaft

"Job-Angebot" vom neuen Chef Lauda will Niki-Mitarbeiter halten

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Bei Niki wieder am Ruder: Der Luftfahrtunternehmer Niki Lauda will die Niki-Mitarbeiter überzeugen.

(Foto: REUTERS)

Der Zuschlag für die Air-Berlin-Tochter ist erst der Anfang: Was genau hat Lauda mit Niki vor? Der Ex-Rennfahrer und Airline-Gründer will so schnell wie möglich in den regulären Betrieb starten - und braucht dafür die Unterstützung von Crew und Piloten.

Der Luftfahrtunternehmer Niki Lauda hat nach dem Zuschlag im Bieterrennen um die insolvente österreichische Air-Berlin-Tochter Niki den betroffenen Mitarbeitern eine Perspektive versprochen. Noch am Mittwoch wolle er die Beschäftigten treffen und ihnen seine Pläne erläutern, sagte Lauda der "Bild"-Zeitung. "Ich bin überzeugt, dass danach niemand wechseln möchte." Die Lufthansa-Tochter Eurowings etwa biete "keine besseren Bedingungen als wir", sagte Lauda.

Am Vortag war bekannt geworden, dass der frühere Formel-1-Rennfahrer den Zuschlag für die einst von ihm gegründete Fluggesellschaft bekommen hatte. Die Entscheidung für Lauda wurde in Beratungen der Gläubigerausschüsse aus Deutschland und Österreich angeblich einstimmig gefällt. Finanzielle Details der Transaktion blieben offen. Lauda kündigte bereits an, mit 15 Flugzeugen zu Beginn des Sommerflugplans Ende März wieder abheben zu wollen. Den etwa tausend Mitarbeitern von Niki versprach er ein "Job-Angebot".

Gegenwind aus der Belegschaft

Branchenkennern zufolge kann Lauda bei Niki nicht auf ungeteilte Zustimmung in den Reihen der Belegschaft hoffen. Während des Bieterwettkampfes hatten sich zahlreiche Mitarbeiter in einer Petition für eine Übernahme der Fluggesellschaft durch die IAG-Linie Vueling ausgesprochen. Zudem sollen von den rund 220 Piloten bei Niki mehrere bereits Angebote anderer Fluglinien in Händen halten.

Dazu kommen Zweifel, ob sich Niki im harten Konkurrenzkampf der europäischen Fluglinien profitabel positionieren kann. In einem Kommentar der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" heißt es dazu, das "Marketinggenie Lauda" kehre nach seinem Rückzug vor knapp sieben Jahren mit "unklarer Strategie" in den Chefsessel von Niki zurück.

In den kommenden zwei Jahren dürfte Lauda die Niki-Flieger wohl schon mithilfe der Reiseveranstalter füllen können, prognostiziert das Blatt. Im Sommer sei das meist "kein Problem", nur im Winter schrieben nahezu alle Airlines Verluste. Allerdings hätten sich die Rahmenbedingungen im Markt für Flugreisen in den vergangenen Jahren "völlig geändert".

Am geplanten Niki-Standort Wien zum Beispiel sei die Lufthansa-Tochter Eurowings, Easyjet, die ungarische Wizz und saisonal etliche zusätzliche Billigfluglinien aktiv. Auch die Fluglinie AUA habe sich wirtschaftlich wieder erholt, stehe finanziell gut da und könne expandieren. "Daher wäre mittelfristig die spanische Vueling, eingebettet in die wirtschaftlich erfolgreiche British-Airways-Mutter IAG, ein soliderer Partner für Niki gewesen", heißt es im Kommentar des "Standard".

Der Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, zeigte sich dagegen zuversichtlich, dass Lauda den "Wettstreit um faire Flugpreise mit solider Konkurrenz wiederbeleben" werde. Lauda müsse nun beweisen, dass er gut aufgestellt sei, sagte Müller der "Passauer Neuen Presse". Seine angekündigte Kooperation mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook lasse das aber hoffen.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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