Wirtschaft

GDL droht mit Streiks Lokführer stellen Deutscher Bahn Ultimatum

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GDL-Chef Claus Weselsky droht mit Streiks der Lokführer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Tarifverhandlungen zwischen Deutscher Bahn und Lokführergewerkschaft GDL drohen in der dritten Runde zu scheitern. Die GDL hat ein aktuelles Angebot abgelehnt und droht mit Streiks, sollte die Bahn ihr Angebot nicht deutlich nachbessern. Die wiederum reagiert verärgert.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) ein Angebot des Konzerns abgelehnt. "Nachbessern - das ist die Kernbotschaft der GDL", und die habe sie der DB übermittelt. Die Gewerkschaft sei sich ihrer Verantwortung für das Bahnsystem bewusst, aus diesem Grund habe sie "Lösungsvorschläge unterbreitet".

Diese Lösungsvorschläge beinhalteten laut GDL eine Lohnerhöhung in Höhe des öffentlichen Dienstes, eine bessere Bezahlung von Auszubildenden, die Beibehaltung des Tarifvertrags zur betrieblichen Zusatzversorgung sowie die Anrechnung von Wegzeiten zu Einsatzorten und der Wasch- und Umkleidezeiten auf die Arbeitszeit. Die Einigung der DB mit der Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die mit der GDL in Konkurrenz steht, sei "keine Grundlage für eine Verhandlung".

Die GDL gab der DB Zeit bis zum 7. Juni, um ein "verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen". An diesem Tag sollen demnach der Hauptvorstand und die Bundestarifkommission tagen, um das weitere Vorgehen der GDL zu beraten. Sollte die DB kein verbessertes Angebot vorlegen, drohten die Verhandlungen zu scheitern und die Gremien der Gewerkschaften würden "Arbeitskampfmaßnahmen" beschließen, teilte die GDL weiter mit.

Deutsche Bahn kritisiert Zeitplan der GDL massiv

Eine Sprecherin der Bahn hatte am späten Montagabend erklärt, dass die GDL ein Angebot unterbreitet habe, "das unverändert den wirtschaftlichen Rahmen sprengt, die Corona-Schäden ignoriert und weiterhin durch organisationspolitische Eigeninteressen zur massiven Ausweitung der GDL geprägt ist". Der von der GDL vorgeschlagene nächste Verhandlungstermin in 14 Tagen sei angesichts der aktuellen Situation "völlig unverständlich". Beide Tarifpartner seien "ohne weiteres Zögern" gefordert, "unmittelbar am Tariftisch über Lösungen zu verhandeln".

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Bahn und GDL hatten am Montag vergangener Woche in dritter Runde verhandelt. Das vom Konzern vorgelegte Angebot einer Lohnerhöhung von 1,5 Prozent nannte GDL-Chef Claus Weselsky eine "nackte Provokation". Er drohte mit Arbeitskämpfen und hatte bereits angedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der die Gewerkschaft das Angebot der Bahn annehme, bei null liege.

Die GDL steht in Konkurrenz mit der EVG, mit der die Bahn bereits im vergangenen September eine Einigung erzielte. Diese beinhaltete eine Lohnerhöhung von 1,5 Prozent seit Januar, Kündigungsschutz bis 2023 und eine Zusage von jährlich 18.000 Neueinstellungen 2021 und 2022.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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