Wirtschaft

Staatshilfe im Ausnahmefall Lufthansa-Chef sieht jahrelange Belastungen

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Viele Maschinen der Lufthansa müssen derzeit am Boden bleiben.

(Foto: imago images/Jörg Halisch)

Die Lufthansa muss aufgrund des Coronavirus viele Flüge absagen - und erleidet heftige wirtschaftliche Einbußen. Unternehmens-Chef Spohr rechnet damit, dass es Jahre dauern wird, bis sich die Fluggesellschaft davon erholen wird. Staatshilfen hält er "im Ausnahmefall" für legitim.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnet nicht damit, dass sich die Fluglinien nach dem Ende der Corona-Krise rasch erholen. "Wir werden Jahre brauchen, bis die Branche wieder das Vorkrisenniveau erreicht", sagte Spohr dem "Spiegel" laut einer Vorabmeldung. "Die Krise wird so groß, dass alle globalen Airlines ihre Flotten neu planen müssen." Auch die Lufthansa werde innerhalb der nächsten Jahre "nicht zu den 763 Flugzeugen zurückkehren, die wir bis zum Ausbruch der Krise in Betrieb hatten".

Mit der Bundesregierung führt Spohr derzeit Gespräche über mögliche finanzielle Hilfen. "Wir spüren eine große Entschlossenheit in Berlin und in unseren Heimatmärkten, dass die Lufthansa im globalen Wettbewerb bestehen soll und muss", sagte der Konzernchef dem "Spiegel". Die Lufthansa sei ein "nachweislich profitables und wettbewerbsfähiges Unternehmen. Da ist staatliche Hilfe in so einem Ausnahmefall legitim."

Welche konkreten Maßnahmen der Lufthansa-Chef mit der Bundesregierung bespricht, wollte Spohr nicht öffentlich kommentieren. Sicher sei: "Wenn diese Krise so lange dauert, wie die meisten Experten inzwischen annehmen, wird es keine globale Airline geben, die sich nicht an ihren Heimatstaat oder ihre Heimatstaaten wenden muss."

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Die Corona-Krise werde nicht nur sein Unternehmen und die Branche fundamental verändern, sagte Spohr weiter: "Ich glaube, dass die Weltwirtschaft nach dieser Krise nicht nur insgesamt kleiner sein wird, sondern auch die Globalisierung ein Stück zurückgedreht wird." Die Luftverkehrsbranche werde das überproportional treffen. Um die Auswirkungen auf Hersteller, Zulieferer und die Airlines zu begrenzen, fordert Spohr ein gemeinsames Vorgehen der Politik unter Einbindung der EU-Kommission. "Wenn wir als Europäer jetzt nicht klug handeln, werden wir im globalen Wettbewerb zwischen China und den USA durch die Corona-Krise zurückfallen", warnte der Manager.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP

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