Einigung mit IG MetallMAN spart Hunderte Stellen - und investiert

Beim Bus- und Lkw-Bauer MAN sollen in den kommenden zehn Jahren mehr als 2.000 Stellen wegfallen. Kündigungen wird es aber nicht geben. Ein wesentlicher Teil der Einsparungen soll in Werke in Osteuropa fließen. Doch auch hierzulande nimmt das Unternehmen Geld in die Hand.
In den Verhandlungen über Stellenstreichungen beim Bus- und Lastwagenhersteller MAN haben sich Unternehmen und Arbeitnehmervertreter auf den Verzicht von Kündigungen sowie Investitionen verständigt. Vor knapp zwei Monaten hatte das zu Volkswagen gehörende Unternehmen den Wegfall von 2.300 Jobs in Deutschland angekündigt. Die Vereinbarung sieht ferner vor, dass MAN bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte investieren wird. Zudem verständigten sich beide Seiten auf eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2035, die bis 2040 verlängert werden kann. Betriebsbedingte Kündigungen gibt es nicht.
MAN hatte im November angekündigt, über zehn Jahre hinweg 2.300 Jobs abbauen zu wollen. Schon damals hatte das Unternehmen Beschäftigungssicherung und den Erhalt der Produktionsstandorte in Deutschland angeboten und angekündigt, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Betroffen vom Abbau sind der Hauptstandort München mit 1.300 wegfallenden Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400. Die IG Metall hatte damals scharfe Kritik geübt und war zudem von höheren Zahlen ausgegangen. Jetzt nennt auch sie 2.300 Jobs, die über über altersbedingtes Ausscheiden von Beschäftigten und Fluktuation wegfallen sollen.
"Nach teils sehr kontroversen Gesprächen, die mehrfach vor dem Scheitern standen, konnten wir mit dem Unternehmen eine belastbare Beschäftigungssicherung für zehn Jahre vereinbaren", sagt die Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, Sibylle Wankel von der IG Metall. Zudem blieben alle tariflichen Leistungen erhalten.
MAN-Chef Alexander Vlaskamp sprach von einem ausgewogenen Programm, das die Wettbewerbsfähigkeit von MAN sichere. Das Unternehmen will durch die Maßnahmen bis 2028 die Kosten um 900 Millionen Euro senken. Teil der Maßnahmen ist allerdings auch, dass wesentliche Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration in Osteuropa vorgenommen werden. Dies sieht die IG Metall kritisch, weil sie eine weitere Abwanderung dorthin befürchtet. Das Unternehmen erklärte, es werde auch künftig Einstellungen geben, so dass MAN bis Mitte der 2030er-Jahre mit dann etwa 13.000 Beschäftigten ein großer Arbeitgeber bleibe.
An den Investitionen für das neue Baukastensystem Traton Modular System (TMS) in Osteuropa hält MAN fest. Eine weitere Batteriefabrik der zu Volkswagen gehörenden Gruppe soll ebenfalls im kostengünstigeren Osten angesiedelt werden. "Es ist bedauerlich, dass MAN im gesamten Verhandlungsprozess nicht bereit war, die Investitionsentscheidungen für Osteuropa infrage zu stellen", sagte Wankel. "Und das trotz der umfangreichen Arbeitnehmerbeiträge, die wir auf den Tisch gelegt haben."