Wirtschaft

Trump beeinflusst Pharmakonzerne Merck senkt US-Preise

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Die Firmen verdienen in den USA so gut, weil ihnen bei den Medikamentenpreisen bisher kaum Grenzen gesetzt waren.

(Foto: picture alliance / Frank Rumpenh)

Die USA sind der weltweit wichtigste Markt für die Pharmaindustrie - sie erzielen dort 40 Prozent ihrer Umsätze. Präsident Trump kritisiert die hohen Medikamentenpreise. Diese schlägt jetzt an: Merck und andere Konzerne wollen auf Preiserhöhungen verzichten.

Die harsche Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Preispolitik von Pharmakonzernen zeigt in der Branche immer mehr Wirkung. Nach der Zusage des US-Unternehmens Pfizer und des schweizerischen Konkurrenten Novartis, auf Preiserhöhungen zu verzichten, kündigte der amerikanische Konzern Merck & Co. nun Senkungen an. So soll das Hepatitis-Medikament Zepatier um 60 Prozent günstiger werden. Bei anderen Produkten will Merck & Co. 10 Prozent weniger verlangen. Man werde den durchschnittlichen Nettopreis der Medikamente nicht über den Anstieg der jährlichen Inflation erhöhen, hieß es weiter.

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Im vergangenen Jahr sind die Nettopreise des US-Angebots sogar um 1,9 Prozent gefallen. Trump hatte Pfizer am Dienstag vergangener Woche bei Twitter scharf angegriffen - der US-Konzern solle sich schämen, ohne Grund Arzneimittelpreise anzuheben. Noch bevor das Unternehmen sein Statement abgeben konnte, twitterte der Präsident: "Pfizer nimmt seine Preiserhöhungen zurück, so dass amerikanische Patienten nicht mehr zahlen." Er hoffe, dass andere Firmen das Gleiche täten. Anleger nahmen die Ankündigung von Merck & Co. am Donnerstag gelassen auf. Der Aktienkurs geriet nur vorübergehend leicht unter Druck. US-Pharmakonzerne stehen schon lange wegen ihrer Preispolitik in der Kritik. Pfizer ist als Branchenführer dabei besonders im Fokus.

Auch der Schweizer Rivale Novartis hat sich mit dem Verzicht auf Preiserhöhungen in den USA den Beifall Trumps gesichert. "Ein Dankeschön an Novartis, dass sie die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente nicht erhöhen", twitterte der Präsident. Novartis hatte am Mittwoch angekündigt, die Preise am weltgrößten Pharmamarkt USA im laufenden Jahr nicht mehr zu erhöhen.

Die USA sind der mit Abstand wichtigste Markt für die Pharmaindustrie - sie erzielt dort 40 Prozent ihrer Umsätze. Die Firmen verdienen dort überdurchschnittlich gut, weil ihnen bei den Medikamentenpreisen bislang kaum Grenzen gesetzt waren. Das war Trump ein Dorn im Auge: Er hatte einen härteren Kurs angekündigt. Das US-Gesundheitssystem leidet unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa/rts

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