Wirtschaft

Hat der Firmenchef hingeschmissen? Mifa ist schon wieder pleite

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Rund 400.000 Räder werden jährlich in Sangerhausen produziert.

dpa

Der traditionsreiche Fahrradhersteller Mifa kommt offenbar nicht auf die Beine. Wieder einmal ist das Werk in Sachsen-Anhalt zahlungsunfähig. Zudem soll auch der Chef seinen Rückzug eingeleitet haben.

Der ostdeutsche Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen hat kurz nach der Inbetriebnahme eines neuen Werks überraschend erneut Insolvenz beantragt. Die Mifa-Bike GmbH reichte den Antrag beim Amtsgericht Halle ein, wie ein Gerichtssprecher sagte. Zuerst hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle darüber berichtet. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann erklärte: "Die jetzt angestrebte Insolvenz in Eigenverwaltung kann ein geeigneter Weg sein, Mifa wieder auf wirtschaftlich gesunde Füße zu stellen." Das Unternehmen hat rund 500 Beschäftigte.

Das Amtsgericht hat in dem Verfahren den Rechtsanwalt Lucas Flöther als Sachwalter bestellt. Er soll der Geschäftsführung bei der Sanierung zur Seite stehen. Laut "Mitteldeutscher Zeitung" soll zudem Geschäftsführer Heinrich von Nathusius zurückgetreten sein. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Grund für den Schritt sollen unterschiedliche Auffassungen zwischen ihm und den Banken über den Sanierungskurs gewesen sein.

Erst im Dezember hatte der Fahrradhersteller ein neues Werk bezogen. Eigentümer Heinrich von Nathusius hatte angekündigt, dass Mifa Anfang Januar komplett im neuen Werk produzieren wolle. Von Nathusius wollte es zum kostengünstigsten Fahrradwerk Europas machen.

Der Unternehmer hatte Mifa vor knapp zwei Jahren aus einer Insolvenz heraus übernommen, mit einer Landesbürgschaft im Rücken. Damals war der Einstieg des indischen Fahrradherstellers Hero gescheitert. Als Mitteldeutsche Fahrradwerke AG war das Unternehmen nach 1990 auch an die Börse gegangen. Doch schon seit Jahren mussten die Beschäftigten wegen wirtschaftlicher Probleme immer wieder um ihre Jobs bangen.

Die Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz, Angelika Klein, zeigte sich überrascht von dem Insolvenzantrag. "Dies kommt zudem sehr überraschend, da zumindest Herr von Nathusius gegenüber dem Landkreis stets kommuniziert hat, dass trotz aller Schwierigkeiten das Unternehmen auf sicheren Füßen steht." Es bleibe zu hoffen, "dass es durch die angekündigte Restrukturierung des Unternehmens in Eigenregie gelingt, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu retten".

Die "Mitteldeutscher Zeitung" hatte Ende vergangenen Jahres berichtet, dass nach Umsatzeinbußen die Gesellschafter bereits frisches Geld in Millionenhöhe in das Unternehmen stecken mussten. Allerdings hatte von Nathusius erklärt, dass der Betrieb damit für die nächsten drei Jahre finanziert sei. Mifa produziert jährlich rund 400.000 Räder. Erst kürzlich begann das Unternehmen mit der Produktion in einem neuen Werk in Sangerhausen in Sachsen-Anhalt.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa

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