Wirtschaft

Fünf Millionen Dosen Biontech Milliardär will Impfstoff für Taiwan kaufen

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Terry Gou ist der Gründer des Apple-Zulieferers Foxconn, einem der weltweit größten Hersteller von Elektronikteilen.

(Foto: picture alliance/AP Photo)

Taiwans Impfkampagne läuft schleppend. Druck aus China lässt Verhandlungen mit dem Impfstoffhersteller Biontech immer wieder scheitern, so die Regierung in Taipeh. Nun will Deutschland vermitteln. Der taiwanesische Milliardär Terry Gou hat jedoch andere Pläne.

Taiwan versucht seit einiger Zeit vergeblich, an Biontech-Impfstoff zu kommen. Nun will der Foxconn-Milliardär Terry Gou für den Inselstaat aufgrund steigender Fallzahlen fünf Millionen Dosen des Vakzins von Biontech kaufen. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt und wird von der taiwanesischen Regierung geprüft, erklärte die Gesundheitsministerin Chen Shih-chung. Gou ist Gründer des Apple-Zulieferers Foxconn, einem der weltweit größten Hersteller von Elektronikteilen. Er hoffe, die Dosen ohne Zwischenhändler von Deutschland nach Taiwan transportieren zu können, sagte Gou.

Gleichzeitig vermittelt Deutschland einem Diplomaten zufolge bei erneuten Gesprächen zwischen Taiwan und dem deutschen Biotechunternehmen Biontech. Die Bundesregierung und insbesondere Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hätten große Anstrengungen unternommen, schreibt der De-facto-Botschafter in Taiwan, Thomas Prinz, auf Facebook. Ob es zu einem Vertrag komme, hänge von Taiwan und Biontech ab.

Zuletzt schlug Taipeh Berlin einen Deal vor: Taiwan könnte die gerade knappen Computerchips liefern, wenn der Staat dafür Biontech-Dosen erhielte. Taiwan ist die Heimat des weltgrößten Auftrags-Chipherstellers und einer der Hauptlieferanten Deutschlands. Im Januar hatte Wirtschaftsminister Altmaier Taiwan angesichts akuter Lieferengpässe bei Computerchips für die Automobilindustrie um Hilfe gebeten und die Bedeutung des taiwanischen Halbleiterherstellers TSMC als zentralen Lieferanten der deutschen Autobauer betont.

Taiwan vertraut Vakzinen aus China nicht

Die bisherigen Verhandlungen zwischen Taiwan und dem Impfstoffhersteller Biontech scheiterten nach Angaben der taiwanischen Regierung auf Druck von China, was die Volksrepublik zurückweist. Seit Langem schwelt der Konflikt zwischen Taiwan und der Volksrepublik, die Taiwan als Teil ihres Territoriums betrachtet. Wie viele andere Länder auch unterhält Deutschland keine formellen Beziehungen zu Taiwan.

Das chinesische Unternehmen Fosun Pharma hatte im Frühjahr 2020 mit Biontech eine Lizenzvereinbarung zur Entwicklung und Vermarktung des Covid-19-Impfstoffs des deutschen Unternehmens in China, Hongkong, Macau und Taiwan geschlossen. Taiwan will jedoch nur mit Biontech direkt verhandeln und vertraue den Impfstoffen aus China nicht. Nach Ansicht Chinas hat die taiwanische Regierung gegen kommerzielle Prinzipien verstoßen, indem sie versucht, Fosun zu umgehen und direkt mit dem deutschen Impfstoffhersteller zu verhandeln.

Bisher erhielt Taiwan Impfstoffdosen von Astrazeneca durch das globale Covax-Impfstoff-Austauschprogramm für ärmere Länder. Taiwan hat bisher weniger als 2 Prozent seiner 23,5 Millionen Bürger geimpft. Es hat jedoch insgesamt rund 30 Millionen Dosen der Hersteller Astrazeneca, Moderna und zweier lokaler Unternehmen bestellt.

Quelle: ntv.de, spl/rts

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