Wirtschaft

Stellenabbau in Ostdeutschland Mitarbeiter wehren sich gegen Siemens-Pläne

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In Görlitz steht das Turbinenwerk von Siemens. Es könnte bald geschlossen oder verkauft werden.

(Foto: imago/Rainer Weisflog)

Insbesondere an den ostdeutschen Standorten plant der Elektrokonzern Siemens offenbar, viele Mitarbeiter zu entlassen. Doch die Beschäftigten sowie die IG Metall wehren sich. Und auch die Landesregierungen warnen das Unternehmen.

Nach Spekulationen um neue drastische Einschnitte beim Elektrokonzern Siemens formiert sich Widerstand an den ostdeutschen Standorten. In Erfurt demonstrierten etwa 500 Beschäftigte für den Erhalt des Generatorenwerks. Die Mitarbeiter in Görlitz gaben der IG Metall ein Mandat für den Kampf um das Turbinenwerk. Sachsens scheidender Regierungschef Stanislaw Tillich und Thüringens CDU-Chef Mike Mohring warnten den Konzern vor einem Jobabbau zum Nachteil ostdeutscher Werke.

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Die Siemens-Führung will nun rascher über die Lage in den betroffenen Sparten informieren als bisher geplant. Bereits für diesen Donnerstag sei eine außerordentliche Sitzung des Wirtschaftsausschusses geplant, hieß es aus Unternehmenskreisen. Ursprünglich sollte das Gremium, in dem die Konzernspitze Arbeitnehmervertretern aktuelle Entwicklungen in einzelnen Bereichen vorstellt, erst am 8. November tagen.

Dem Vernehmen nach dürften dabei allerdings noch keine konkreten Details zu geplanten Einschnitten bekannt werden. Es gehe vielmehr darum, die schwierige Situation in den Sparten zu erörtern und den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern zu suchen.

"Wir lassen uns unseren Standort nicht wegnehmen"

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass in der Kraftwerkssparte sowie in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe Tausende Arbeitsplätze in Gefahr sind. Das "Manager Magazin" hatte unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, dass nach internen Plänen in der Kraftwerkssparte Power & Gas bis zu 11 der weltweit 23 Standorte geschlossen oder verkauft werden sollen. Neben dem Turbinenwerk in Görlitz soll auch das Generatorenwerk in Erfurt mit 500 Beschäftigten wackeln.

Die IG Metall Ostsachsen zeigte sich nach einer außerordentlichen Betriebsversammlung in Görlitz kämpferisch. "Wir lassen uns unseren Standort nicht wegnehmen. Siemens Görlitz ist ein innovativer Betrieb, der in vielen Jahren noch rentabel produzieren kann, wenn man ihn denn lässt", sagte der Erste Bevollmächtigte Jan Otto. Betriebsratschef Christian Hainke informierte seine Kollegen, dass die Arbeitnehmervertretung das Management in einem Brief um Aufklärung über die Sparpläne gebeten habe. "Leider war die erhaltene Antwort wenig beruhigend. Offensichtlich spielt man bei Siemens auf Zeit", meinte Hainke. Der Konzern äußerte sich nicht näher dazu.

Auch in Erfurt gab es eine Betriebsversammlung. "Mein Arbeitsplatz ist keine Handelsware" stand auf Transparenten bei der Aktion vor dem Werkstor. "Wir fordern die Konzernleitung auf, von einem Verkauf Abstand zu nehmen", sagte Bernd Spitzbarth von der IG Metall.

Quelle: n-tv.de, ara/dpa

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