Wirtschaft

Er kommt billig davonMusk beendet Rechtsstreit um Twitter-Übernahme mit Vergleich

05.05.2026, 04:23 Uhr
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Elon Musk nahm es mit der Anzeigefrist nicht so genau und bekam Twitter deshalb günstiger. (Foto: picture alliance / empics)

Im Zuge der Twitter-Übernahme verpasst Elon Musk eine wichtige Meldefrist. Er spart dadurch eine dreistellige Millionensumme, während Aktionäre das Nachsehen haben. Die Börsenaufsicht klagt, doch ein Urteil wird es nicht geben.

Elon Musk legt einen Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC mit einem Vergleich bei. Die Behörde hatte den Tech-Milliardär im Zusammenhang mit seinen Aktienkäufen bei der Übernahme von Twitter verklagt. In einem Vergleich, der der zuständigen Richterin zur Bestätigung vorgelegt wird, einigten sich Musk und die SEC auf eine Strafzahlung von 1,5 Millionen Dollar. Das ist nur ein Bruchteil jener 150 Millionen Dollar, die Musk der Behörde zufolge durch eine Regelverletzung gespart haben soll. 

In der Anfang 2025 eingereichten Klage warf die SEC Musk vor, er habe bei Twitter-Aktienkäufen im Jahr 2022 nicht rechtzeitig öffentlich gemacht, dass seine Beteiligung an der Online-Plattform die Marke von fünf Prozent überschritten habe. Dadurch habe er mehr Aktien günstiger kaufen können.

Die vereinbarte Strafzahlung soll laut Gerichtsunterlagen aus einem Treuhandfonds beglichen werden. Musk streitet ein Fehlverhalten ab.

SEC forderte ursprünglich viel mehr

Die Behörde analysierte Musks Käufe und kam zu dem Schluss, dass er durch die verspätete Pflichtmitteilung mehr als 150 Millionen Dollar günstiger weggekommen sei. Die Aktionäre, die ihm in dieser Zeit ihre Anteile verkauften, hätten hingegen finanziellen Schaden erlitten. Die SEC verlangte ursprünglich, dass Musk die Summe zurückzahlt - und noch eine zusätzliche Strafe berappt. Laut Musks Anwälten wollte die SEC bei einem früheren Vergleichsangebot noch 200 Millionen Dollar haben.

Musk war im Februar mit dem Versuch gescheitert, die Klage abweisen zu lassen. Seine Anwälte hatten argumentiert, dass die SEC Gesetze selektiv angewendet habe und die Klage sein Recht auf freie Meinungsäußerung angreife. Richterin Sparkle Sooknanan sah jedoch keinen Grund, die Klage abzuweisen.

Der Tech-Milliardär hatte Anfang 2022 damit begonnen, Aktien von Twitter am Markt zusammenzukaufen. Die SEC verwies in ihrer Klage darauf, dass sein Anteil am 14. März 2022 fünf Prozent erreicht hat. Nach den US-Regeln hätte er dies binnen zehn Kalendertagen öffentlich machen müssen. Musk gab aber erst am 4. April - und damit elf Tage zu spät - bekannt, dass er bereits neun Prozent hält. Der Aktienpreis sprang danach um 27 Prozent hoch. Musk behauptete, die Verzögerung sei ein Versehen gewesen.

Musk gab insgesamt rund 44 Milliarden Dollar für Twitter aus, im Oktober 2022 war der Kauf abgeschlossen. Für den Großteil der Summe verkaufte er Aktien des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla. Zudem nahm Musk Kredite von rund zwölf Milliarden Dollar auf. Dank seiner Beteiligungen an Tesla und der ebenfalls von ihm geführten Raumfahrtfirma SpaceX ist Musk der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Der Finanzdienst Bloomberg schätzt sein Vermögen aktuell auf 657 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

Übernahmen und FusionenElon MuskJustizSECX (früher Twitter)