Gamestop-Berichte beflügeln EbayNahost-Hängepartie setzt der Wall Street zu

Ist die Waffenruhe im Nahen Osten von Dauer? Nach wechselseitigen Angriffen gibt es daran Zweifel, die belasten auch die US-Börsen. Unternehmensseitig sorgen Pläne für eine Übernahme von Ebay für Wirbel.
Mit Abgaben hat die Wall Street den ersten Handelstag der Woche beendet. Vor allem die undurchsichtige Nachrichtenlage rund um den Nahost-Konflikt sorgte für Verunsicherung. Dazu kam das wieder auflebende Zollthema, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, die Zölle auf Auto-Importe aus der EU zu erhöhen, obwohl der Oberste US-Gerichtshof diese als nicht rechtmäßig bezeichnet hat.
Der Dow-Jones-Index verlor 1,1 Prozent auf 48.942 Punkte. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,4 Prozent und der Nasdaq-Composite büßte 0,2 Prozent ein.
Vor allem die Lage im Nahen Osten stand im Blickpunkt. So wollen die USA nun Schiffe, die in der Straße von Hormus festliegen, herausleiten. Es gibt aber keine Details darüber, wie dies geschehen soll. Offenbar soll die US-Marine dabei nicht mitwirken. Der Iran hatte daraufhin angekündigt, dass eine Durchfahrt ohne offizielle Genehmigung nicht möglich sei, und dass jede Missachtung eine entschlossene Reaktion der Streitkräfte nach sich ziehen würde. Im Verlauf gab es dann Berichte, wonach der Iran Raketen auf US-Kriegsschiffe und Handelsschiffe abgefeuert habe. Außerdem geriet ein Ölhafen in den Vereinigten Emiraten nach einem Raketenangriff in Brand. Vonseiten des US-Militärs hieß es, man habe sechs kleine iranische Boote zerstört. Der Waffenstillstand droht somit scheitern.
Als Reaktion ging es mit den Ölpreisen kräftig nach oben. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 5,4 Prozent auf 114,01 Dollar.
Der Iran hat derweil den USA einen neuen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorgelegt und Kompromissbereitschaft signalisiert, um die Gespräche wiederzubeleben und eine Pattsituation zu beenden, die sich für die iranische Wirtschaft als kostspielig erweist. In den wesentlichen Fragen - der Wiedereröffnung der Straße von Hormus und dem iranischen Atomprogramm - liegen die Positionen beider Seiten jedoch weiterhin weit auseinander, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten.
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen sprang über die Marke von 5 Prozent, da sich die Anleger Sorgen über die Verschuldung der US-Regierung machen. Diese Sorgen wurden durch die Befürchtung verschärft, dass der Krieg im Iran die Ausgaben erheblich steigern wird. "Der Schuldendienst ist gestiegen, da Anleihen fällig geworden sind, und ich sehe nichts, was diese Entwicklung irgendwie aufhalten könnte", sagte George Catrambone von DWS. Im Blick steht nun die vierteljährliche Finanzbedarfsschätzung des US-Finanzministeriums im Wochenverlauf. Die Rendite zehnjähriger Papiere kletterte um 6 Basispunkte auf 4,44 Prozent.
Der Goldpreis fiel, da erhöhte Ölpreise und die Unsicherheit über den Verlauf der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran die geldpolitischen Aussichten eintrüben. Für die Feinunze ging es 2,1 Prozent auf 4.517 Dollar nach unten. Der Dollar legte zu. Für den Dollar-Index ging es um 0,2 Prozent aufwärts. "Der USA-Iran-Konflikt stört weiterhin die Energiemärkte und schürt Inflationsrisiken", so die Analysten der Danske Bank.
Amazon-Pläne setzen Logistiker unter Druck
Unternehmensseitig sorgte Gamestop für das Thema des Tages. Der Videospielehändler hat ein 56-Milliarden-Dollar-Angebot für Ebay angekündigt. Etwa die Hälfte des Angebots soll in bar erfolgen mit 125 Dollar je Ebay-Aktie, der Rest in Gamestop-Aktien. Gamestop gab zudem bekannt, bereits rund 5 Prozent an Ebay erworben zu haben und auch eine Kreditzusage über 20 Milliarden Dollar von TD Securities zu haben. Ebay teilte mit, das Angebot sorgfältig zu prüfen und zu bewerten Für die Ebay-Aktie ging es um 5,1 Prozent nach oben auf 109,33 Dollar. Gamestop knickten dagegen um 10,2 Prozent ein.
Amazon will sein Logistiknetzwerk für mehr Geschäftskunden öffnen. Die AKtie legte 1,4 Prozent zu. Der Konzern hat am Montag den Start von Amazon Supply Chain Services angekündigt. Dies ist eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, von Konsumgüterherstellern bis hin zu Bekleidungshändlern, um Amazon für Dienstleistungen wie Fulfillment, See- und Luftfracht sowie Lkw-Transporte zu beauftragen. In der Folge standen die Aktien von UPS und Fedex mit Abgaben von 10,5 bzw. 9,1 Prozent unter Druck.
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