Wirtschaft

Ölpreis bleibt hochTrumps Iran-Aussagen beruhigen Wall Street vor Feiertagen nicht

02.04.2026, 22:43 Uhr
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Die US-Börsen bleiben am Karfreitag geschlossen. (Foto: picture alliance / newscom)

Die Aussagen von Donald Trump zum Iran-Krieg lassen die Ölpreise und den Dollar als Krisenwährung steigen. Ein unbestätigtes Einlenken Teherans bei der Blockade der Straße von Hormus sorgt aber für eine leichte Wende.

Die Entwicklungen rund um den Krieg im Nahen Osten haben auch am Gründonnerstag das Geschehen an der Wall Street bestimmt. Die mit Enttäuschung aufgenommenen Trump-Rede zum Iran-Krieg ließ die US-Börsen mit deutlichen Verlusten in den letzten Handelstag der Woche starten. Leicht erholten sie sich, als Berichte kursierten, wonach der Iran an einer Einigung über die aktuell durch Teheran faktisch blockierte Straße von Hormus arbeite.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,1 Prozent auf 46.505 Punkte. Der S&P-500 stieg jedoch um 0,1 Prozent nach. Der Nasdaq-Composite gewann 0,2 Prozent. Am Karfreitag ruht der Aktienhandel in den USA.

Der US-Präsident hatte in seiner Rede Hoffnungen auf ein rasches Ende des Nahostkrieges zunichtegemacht. Trump wiederholte, dass der Krieg gegen Iran kurz vor dem Ende stehe und nannte erneut ein Zeitfenster von zwei bis drei Wochen. Zugleich drohte er aber auch mit neuen harten Schlägen gegen den Iran. Während die Aktienkurse nachgaben, stiegen die Notierungen für Erdöl und den Fluchthafen Dollar.

"Die Marktstimmung hat sich über Nacht verschlechtert", sagte Ökonom Peter Sidorov von der Deutschen Bank. Trumps Rede "lieferte wenig bis gar nichts Neues zu potenziellen Zeitplänen oder Bedingungen für die Beendigung der Feindseligkeiten gegen den Iran (...). Es gab kein Signal, dass die USA einen unmittelbaren Ausweg aus dem Krieg suchen", fügte er hinzu.

Mit den Ölpreisen ging es kräftig nach oben. Die Trump-Aussagen schürten die Furcht vor Versorgungsunterbrechungen, so Teilnehmer. Trump habe zwar im Allgemeinen seine Äußerungen wiederholt, dass der Krieg in einigen Wochen enden werde, aber der militärische Zeitplan sei nicht der wirtschaftliche, meinte Chefökonom Ryan Sweet von Oxford Economics. Das Hauptrisiko stelle die Straße von Hormus dar, und Trumps Rede habe jegliche Klarheit - oder einen Plan - zur Wiedereröffnung vermissen lassen. Das werde den Aufwärtsdruck auf den Ölpreis aufrechterhalten. Der Preis für den aktuell marktführenden Kontrakt auf ein Barrel der Sorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um 7,1 Prozent auf 108,37 Dollar. Der Mai-Kontrakt auf die US-Sorte WTI, der erst am 21. April ausläuft, verteuerte sich um 11,5 Prozent auf 111,61 Dollar das Barrel. Händler erklärten den Preisunterschied damit, dass Anleger im Mai stärkere Lieferunterbrechungen erwarteten als im Juni.

Der Dollar gewann mit dem Stimmungsumschwung wieder an Attraktivität als Fluchtwährung in Krisenzeiten - der Dollar-Index stieg um 0,4 Prozent. Mit den Berichten über ein potenzielles Einlenken des Irans kamen am Anleihemarkt die Renditen zurück, die zuvor von steigenden Inflationssorgen und Zinserhöhungsspekulationen nach oben getrieben worden waren. Die Zehnjahresrendite sank um 1 Basispunkt auf 4,31 Prozent. Der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht könne ein entscheidender Katalysator für die Renditen und den Dollar sein, mutmaßte Analyst Zaheer Anwari vom Revacy Fund. Ein stärkerer Beschäftigungsaufbau als erwartet könne dazu führen, dass die Märkte ein höheres Risiko von US-Zinserhöhungen einpreisten. Der Goldpreis gab mit dem festen Dollar 1,7 Prozent ab.

Hohe Kerosinpreise belasten Airlines

Die Konjunkturdaten des Tages lieferten angesichts der Dominanz des Krieges kaum einen Impuls, auch wenn sie besser als erwartet ausfielen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der vergangenen Woche wider Erwarten zurück. Sie lag noch immer auf relativ niedrigem Niveau, was von der soliden Beschäftigungslage in den USA zeugte. Das Handelsbilanzdefizit war im Februar geringer als angenommen.

Bei den Einzelwerten zeigten sich die Aktien von US-Fluggesellschaften mit Abgaben. Die Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Iran-Kriegs und die deutlich anziehenden Ölpreise belasteten. Delta Airlines fielen um 1,2 Prozent und United Airlines büßten 3 Prozent ein, zeigten sich aber erholt von ihren Tagestiefs. Die Aktien von Exxon Mobil gaben derweil anfängliche Gewinne ab und lagen zuletzt 0,1 Prozent im Minus. Occidental Petroleum verringerten ihr Plus auf 1,2 Prozent.

Globalstar sprangen um 13,4 Prozent nach oben, laut Financial Times befindet sich Amazon (-0,4%) in Gesprächen über eine Übernahme des Satellitenbetreibers. Die Aktien des konkurrierenden Satellitenunternehmens Iridium Communications legten um 15,4 Prozent zu. Penguin Solutions stiegen um 13,4 Prozent nach besser als gedacht ausgefallenen Zweitquartalszahlen des Herstellers von KI-Computing-Infrastruktur. Die Gesellschaft hob zudem den Ausblick an.

Quelle: ntv.de, bho/DJ

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