Wirtschaft

Mehr Windräder, weniger Hürden Offshore-Branche drückt aufs Tempo

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Die Bundesregierung will bis 2030 Offshore-Windenergie bis 15.000 Megawatt fördern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Fast 1400 Windräder mit einer Kapazität von über 6600 Megawatt drehen sich inzwischen vor Deutschlands Küsten. Die Branche kommt damit einem staatlich verordneten Deckel immer näher. Die Verantwortlichen setzen daher auf ein Umdenken in der Bundesregierung.

Im ersten Halbjahr 2019 sind 42 neue Windräder vor der deutschen Küste mit einer Leistung von gut 250 Megawatt ans Netz gegangen. 56 weitere Anlagen sind bereits gebaut und sollen demnächst Strom liefern, wie die Windenergie-Verbände mitteilten. Damit laufe der Ausbau zwar wie geplant, aber angesichts der Klimaziele zu langsam.

Der staatlich verordnete Deckel einer Offshore-Leistung von 7700 Megawatt bis 2020 sei nahezu erreicht. Ein schnellerer Ausbau als geplant sei machbar und notwendig, erklärten die Branchenvertreter rund um den Bundesverband Windenergie (BWE). Man setze jetzt auf das Klimakabinett der Bundesregierung, das am Donnerstag tagt.

Insgesamt drehten sich nun in Nord- und Ostsee inzwischen fast 1400 Windräder mit einer Kapazität von über 6600 Megawatt. Rein rechnerisch entspricht dies der Leistung von etwa 15 großen Kohlekraftwerken, wenn der Wind regelmäßig rund um die Uhr wehen würde. Die Windverhältnisse auf See sind deutlich günstiger als an Land, die Windräder sind inklusive Rotorblättern höher als der Kölner Dom mit seinen gut 150 Metern.

Bis 2030 will die Bundesregierung Offshore-Windenergie bis 15.000 Megawatt fördern. Die Branche verlangt mindestens 20.000. Kurzfristig sollten 2000 Megawatt zusätzlich gebaut werden, da an den Umspannstationen auf hoher See noch Platz sei.

Die erneuerbaren Energien haben nach ersten Berechnungen im ersten Halbjahr fast die Hälfte des Stroms in Deutschland erzeugt. Das liegt auch daran, dass der Wind kräftig wehte und es viele Sonnenstunden für die Solaranlagen gab. Zudem gingen Kohlekraftwerke vom Netz, da die stark gestiegenen Preise für CO2-Verschmutzungsrechte die Anlagen unwirtschaftlich machten.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts