Stellantis investiert Opel baut auch den neuen Astra in Rüsselsheim

Opel fertigt seinen neuen Kompaktwagen in Spanien und hat damit für Unruhe im Werk Rüsselsheim gesorgt. Nun die Entwarnung: In Hessen lässt die Konzernmutter den Klassiker Astra neu auflegen.
Der Autohersteller Opel wird die nächste Astra-Generation wie bisher am Stammsitz in Rüsselsheim bauen. "Die Vergabe der nächsten Astra-Generation an unser Werk in Rüsselsheim bekräftigt das Engagement von Opel für Deutschland als Industriestandort", sagte Opel-Chef Florian Huettl. Für den Astra werde wie für das kleinere Modell Corsa die neue Plattform STLA ONE genutzt, was eine "erschwinglichere" Elektromobilität ermöglichen soll. Der zum Autokonzern Stellantis gehörende deutsche Autobauer plant bis 2030 die Einführung von mindestens vier neuen Fahrzeug-Modellen.
Dazu zählen die jeweils nächste Generation des Opel Astra und Opel Corsa sowie das jüngst angekündigte neue Elektro-SUV im sogenannten C-Segment (Kompaktklasse), das zusammen mit dem chinesischen Elektroauto-Hersteller Leapmotor entstehen soll. Dass Stellantis dieses Modell im spanischen Saragossa bauen lässt, hatte Sorgen um die deutschen Standorte von Opel geschürt.
Zudem will Opel auch Geld in weitere Modelle des Portfolios stecken. In Deutschland sollen bis 2030 zusammengenommen über eine Milliarde Euro investiert werden, darunter fällt auch die neue Unternehmenszentrale in Rüsselsheim. Die Investition unterstrichen den Fokus von Stellantis auf Deutschland sowie die Bedeutung von Opel, sagte Stellantis-Europa-Chef Emanuele Cappellano. Das C-Segment sei dabei ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Strategie von Stellantis, die Marktabdeckung zu verbessern.
Zugleich will der Autokonzern mehr als eine Milliarde Euro in Frankreich investieren. So sollen in Mülhausen nahe der deutschen Grenze ab 2029 drei neue elektrische und hybride Peugeot-Modelle hergestellt werden, wie das Unternehmen unlängst mitteilte. Die Investition dürfte den Standort Mülhausen sichern, an dem etwa 4500 Menschen beschäftigt sind und die Modelle Peugeot 308 und 408 produziert werden. Das Werk ist eines von fünf Stellantis-Werken in Frankreich.
Zuvor hatte Stellantis erklärt, die Zahl der jährlich produzierten Autos konzernweit bis 2030 um etwa 800.000 verringern zu wollen. Zugleich stellte der Mehr-Marken-Konzern aber auch Investitionen im Umfang von 60 Milliarden Euro innerhalb von fünf Jahren in Aussicht. Die Produktionskapazitäten in Europa sollen jedoch zurückgefahren werden. Bei Elektroautos soll der Fokus auf kleineren, preisgünstigeren Modellen liegen.
Zu Stellantis gehören unter anderem die Marken Peugeot, Fiat, Jeep, Ram, Alfa Romeo, Opel, Maserati und Dodge. Die neuen Investitionen sollen auf die ersten vier dieser Marken konzentriert werden, wie der Konzern mitteilte. 2025 hatte Stellantis einen Verlust von 22,3 Milliarden Euro eingefahren, vor allem wegen milliardenschwerer Abschreibungen.