Wirtschaft

Verkappte Gewinnwarnung Osram-Chef sieht "dunkle Wolken"

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An der Börse gerät das Osram-Papier erheblich unter Druck.

dpa

Osram bleibt ein Sorgenkind für Anleger. Das abgelaufene Geschäftsjahr flankierte der Vorstand mit zwei Gewinnwarnungen. Und zu Beginn des zweiten Quartals malt der Konzernchef die Lage einmal mehr in dunklen Farben.

Der Lichttechnik-Konzern Osram hat vor einem wohl unerwartet schlechten Start in das laufende Geschäftsjahr gewarnt. Die ersten Daten würden darauf hindeuten, "dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist, als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben", sagte Konzernchef Olaf Berlien der "Augsburger Allgemeinen". "Ich sehe dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen." Die Nachfrage nach Leuchtdioden gehe spürbar zurück, und Osram fahre Monat für Monat "auf Sicht".

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Die Osram-Aktie reagierte mit einem Kursrutsch. Händler sprachen von einer verkappten Gewinnwarnung. Der Titel verlor zeitweise 7,5 Prozent. Ein Frankfurter Händler sprach mit Blick auf Berliens Aussagen von einer "herben" Enttäuschung. Osram hatte den Finanzmarkt im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits mit zwei Gewinnwarnungen enttäuscht. In den vergangenen zwölf Monaten hat das Papier mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

Große Sorge um Brexit-Entscheidung

Das Geschäftsjahr hat bei dem im MDax gelisteten Konzern im Oktober begonnen. Osram spüre den Handelskonflikt zwischen den USA und China, sagte Berlien. das Unternehmen macht etwa ein Viertel seines Umsatzes in der Volksrepublik. Hinzu kämen Belastungen für die Industrie durch den bevorstehenden Brexit und die Haushaltsprobleme in Italien. Besondere Sorge bereite ihm für das neue Jahr aber die rückläufige Auto-Konjunktur. Das gehe nur zum Teil auf den Diesel-Skandal zurück, denn in den vergangenen drei Monaten seien die Autoverkäufe in China um bis zu 16 Prozent eingebrochen. "Das ist für uns schmerzlich."

Auch Apple und Samsung würden deutliche Einbrüche verzeichnen. "Doch Firmen aus der Auto- und Smartphone-Branche sind extrem wichtige Kunden für uns." Mit großer Sorge schaue er auf die Entscheidung des britischen Parlaments in der kommenden Woche zum Brexit. "Denn sie wird Auswirkungen auf die gesamte Industrie und deshalb auch auf Osram haben."

Moderate Umsatzerwartung

Auf die Frage, ob bei Osram der Einstieg eines Großaktionärs bevorstehe, sagte Berlien: "Ich kommentiere grundsätzlich solche Gerüchte nicht." Ende November war in Medienberichten von einer möglichen Offerte des Investors Bain Capital für Osram die Rede gewesen.

Ein Sprecher erinnerte daran, dass der Konzern schon bei der Bilanzvorlage darauf hingewiesen habe, dass der 2019er Jahresauftakt schwächer erwartet und das erste Halbjahr schwächer laufen werde als das zweite. Im Gesamtjahr erwartet Osram eine stabile bis moderat wachsende Umsatzentwicklung (0 bis 3 Prozent Wachstum) und eine um Sondereffekte bereinigte Ebitda-Marge zwischen 12 und 14 Prozent. Diese Schätzung ist bislang noch intakt.

Von Factset befragte Analysten erwarteten für die Monate Oktober bis Dezember zuletzt im Mittel 1,05 Milliarden Euro Umsatz, gut 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ebitda sahen sie mit 122 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 172 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ

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