Wirtschaft

Fischer befürchten Einbußen Ostseeheringe verlieren Ökosiegel

107985334.jpg

Die Schleppnetzfischer rechnen mit erheblichen Einkommenseinbußen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Derzeit schwimmen 105.000 Tonnen erwachsene Heringe in der westlichen Ostsee. Zu wenig, sagt der Internationale Rat für Meeresforschung. Als Konsequenz wird der Schleppnetz-Fischerei das MSC-Ökosiegel aberkannt.

Die deutsche Heringsfischerei mit Schleppnetzen in der Ostsee hat das MSC-Ökosiegel verloren. Es sei ausgesetzt worden, sagte der Direktor des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, Christopher Zimmermann. Vom 1. September an darf damit kein Hering aus der westlichen Ostsee mehr als MSC-zertifiziert verkauft werden. Der Fischereibiologe Zimmermann ist zugleich Mitglied des Technischen Beratenden Gremiums des MSC.

Begründet wird der Schritt mit den bereits im Frühjahr nach oben korrigierten Richtwerten für einen nachhaltigen Biomasse-Bestand an Heringen. Damit galt der tatsächliche Bestand automatisch als gefährdet. Fischer befürchten nun massive Einkommenseinbußen.

Die Suspendierung des Ökosiegels hatte sich in den vergangenen Monaten bereits angedeutet. Der Internationale Rat für Meeresforschung hatte den Mindest-Referenzwert für die notwendige Biomasse an erwachsenen Heringen in der westlichen Ostsee von 90.000 Tonnen auf 120.000 Tonnen heraufgesetzt und ein Fangverbot empfohlen. Der aktuelle Hering-Bestand mit derzeit etwa 105.000 Tonnen lag damit schlagartig unter dem Referenzwert. Die Änderung wurde mit einer breiteren Datenbasis und besseren Rechenmodellen erklärt.

Obwohl es inzwischen erste Signale gibt, das Fangverbot abzuwenden und stattdessen die erlaubten Fangquoten stark zu reduzieren, rechnen die Schleppnetzfischer mit erheblichen Einkommenseinbußen. Weil der Hering nicht mehr das Siegel trage, würden die Preise sinken, sagte der Geschäftsführer der in Cuxhaven ansässigen Kutterfisch-Zentrale, Kai-Arne Schmidt. Von Sassnitz aus deckt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge rund 50 Prozent der deutschen Ostseequote ab.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

Mehr zum Thema