Wirtschaft

Jeder fünfte Manager muss gehen Peking feuert Staatsdiener

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Ein Stahlwerk in Tangshan im Nordosten Chinas. Die Industrie leidet unter Überkapazitäten.

(Foto: REUTERS)

Um Staatsunternehmen wieder flottzumachen, greift die chinesische Regierung zu drastischen Maßnahmen: Zahlreiche Führungskräfte müssen sich einen neuen Job suchen.

Schlankeres Management, weniger Kosten, geringere Schulden: Die chinesische Regierung verordnet den Staatsfirmen eine Rosskur, mit denen sie fitter für den Wettbewerb gemacht werden sollen. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen sie ihre Führungsebenen von derzeit fünf bis neun auf maximal drei bis vier reduzieren, beschloss das Kabinett um Premierminister Le Keqiang. Damit muss jede fünfte Führungskraft gehen. Entlassene sollen mit Steuernachlässen und günstigen Darlehen ermutigt werden, sich selbstständig zu machen.

Bis Ende kommenden Jahres sollen die Firmen ihre Kosten um umgerechnet 13,6 Milliarden Euro drücken. Neueinstellungen und Bezahlung müssen den Markterfordernissen angepasst werden, fordert die Regierung. Die Verschuldung solle gesenkt, eine strikte Kostenkontrolle eingeführt und unrentable Nebengeschäfte abgestoßen werden. Die Stahl- und Kohleunternehmen sollen ihre Produktion angesichts weltweiter Überkapazitäten bis 2017 um zehn Prozent drücken.

China zählt 112 Unternehmen, die sich entweder in Staatsbesitz befinden oder von Peking aus gelenkt werden. Hinzu kommen Tausende Firmen, die den Regional- und Kommunalregierungen gehören. Die Regierung will private Investitionen steigern und so für ein nachhaltigeres Wachstum der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sorgen.

Das Bruttoinlandsprodukt war von Januar bis März nur noch um 1,1 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr gewachsen. Die Regierung in Peking peilt für 2016 ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zwischen 6,5 und 7,0 Prozent an. 2015 hatte die Wirtschaft noch um 6,9 Prozent zugelegt – so langsam wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Die Regierung will mit staatlichen Investitionen, einer Steuerreform und einer lockeren Geldpolitik gegensteuern.

Quelle: ntv.de, jga/rts

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