Wirtschaft

Aktionen bei Lufthansa und Eurowings Piloten streiken am Mittwoch

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Neue Streiks im Flugverkehr: Bei Eurowings legt das Kabinenpersonal die Arbeit nieder, bei der Lufthansa sind es die Piloten.

(Foto: REUTERS)

Der Lufthansa und ihren Kunden steht eine harte Woche bevor: Am Dienstag will das Kabinenpersonal der Tochterfirma Eurowings streiken. Am Tag danach folgen die Piloten des Mutterkonzerns. Sie bestreiken Lang- und Kurzstreckenverbindungen aus Deutschland.

Die Piloten der Lufthansa haben zum nächsten Streik aufgerufen. Sie wollen an diesem Mittwoch den Flugverkehr auf der Lang- und Kurzstrecke der Lufthansa komplett bestreiken. Das kündigte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) an. Betroffen seien alle Flüge aus Deutschland.

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Es handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die Verhandlungsführer der Lufthansa hätten trotz mehrfacher Aufforderungen bis zuletzt kein abschlussfähiges Angebot vorgelegt, sondern sich vielmehr in den Verhandlungsrunden im November von zuvor gemachten Vorschlägen deutlich zurückbewegt, kritisiert die VC. Jegliche Anpassung des Gehaltes sei mit einer Gegenforderung nach Kompensation in anderen Tarifverträgen "ad absurdum geführt" worden.

Die Pilotengewerkschaft bedauert eigenen Angaben zufolge die Auswirkungen auf die betroffenen Passagiere, Kabinenbesatzungen und Bodenmitarbeiter. Die Lufthansa kündigte an, die Streikfolgen für Fluggäste "so gering wie möglich" halten zu wollen.

Der Streikaufruf betreffe Flüge der Kernmarke "Lufthansa Passage", heißt es in einer ersten Stellungnahme von Deutschlands größer Fluggesellschaft. "Flüge, die von Lufthansa CityLine, Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines durchgeführt werden, sind von den Streikmaßnahmen nicht betroffen und werden weiterhin normal verkehren." Flugreisende mit Lufthansa-Tickets für den 23. November können sich im Internet darüber informieren, ob der geplante Flug zustande kommt oder streikbedingt ausfällt.

Streiks auch bei Eurowings

In den kommenden Tagen ist im deutschen Flugverkehr mit erheblichen Behinderungen zu rechnen. Einen Tag vor dem Pilotenstreik, am Dienstag sollen einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zufolge die Kabinenbeschäftigten der Lufthansa-Tochter Eurowings in Hamburg und Düsseldorf streiken. An beiden Standorten sollen die Beschäftigten von fünf Uhr morgens bis 20 Uhr die Arbeit niederlegen.

Am Hamburg Airport sind in diesem Zeitraum 20 Ankünfte und 20 Abflüge von Eurowings geplant. Am Düsseldorfer Airport sind für Dienstag planmäßig rund 94 Flugbewegungen von Eurowings angesetzt. Wie viele Flügen davon tatsächlich streikbedingt ausfallen, ist noch unklar.

"Allen Passagieren, die für Dienstag einen Flug mit Eurowings ab oder nach Düsseldorf gebucht haben, wird empfohlen, sich vor Reiseantritt bei der Fluggesellschaft über den aktuellen Stand ihres Fluges zu informieren", teilte der Flughafen Düsseldorf mit. Ähnliche Vorbereitungen sollten Flugreisende an den übrigen betroffenen Drehkreuzen treffen.

Trotz mehrmonatiger Verhandlungen habe mit dem Vorstand von Eurowings bislang kein Ergebnis über einen Tarifabschluss erzielt werden können, hieß es von Arbeitnehmerseite. Bereits im Oktober war es bei Eurowings zu Streiks gekommen, die allerdings von der Gewerkschaft Ufo ausgerufen worden waren. Die beiden Gewerkschaften konkurrieren um die Vertretung der Kabinenbeschäftigten.

Der Eurowings-Vorstand will mit beiden Gewerkschaften gemeinsam verhandeln. Das lehnt Verdi ab. "Als mitgliederstärkste Gewerkschaft bei Eurowings bestehen wir auf einem eigenständigen Tarifabschluss", sagte Vorstandsmitglied Christine Behle.

Ringen zweier Gewerkschaften

Verdi fordert für die rund 460 Kabinenmitarbeiter von Eurowings eine Anhebung der Gehälter und Funktionszulagen von sieben Prozent, 500 Euro Zulage für die Kabinenleitung und weitere Verbesserungen für die Beschäftigten. Die letzten Verhandlungen am 11. November endeten ergebnislos, ein neuer Termin ist nicht vereinbart.

"Verdi hat die Verhandlungen mit Eurowings nicht für gescheitert erklärt. Daher sind wir umso überraschter, dass nun zu einem eintägigen Streik aufgerufen wird", sagte ein Eurowings-Sprecher.

In Hamburg stehen morgen 20 Abflüge und 20 Ankünfte von Eurowings-Maschinen auf dem Flugplan, das ist mehr als jeder zehnte Flug. Betroffen wären damit zwischen 4000 und 4500 Passagieren, falls die Flüge komplett ausfallen sollten. Zu Details wollte sich Eurowings jedoch nicht äußern. Der Sprecher kritisierte, dass die Konkurrenz zweier Gewerkschaften auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen werde.

Quelle: ntv.de, shu/dpa/DJ