Wirtschaft

Sorgen um das Wachstum Portugal-Anleihen bleiben unter Druck

Vor mehr als zwei Jahren hat Portugal den Rettungsschirm verlassen. Dennoch ist die Wirtschafts- und Finanzlage des Euro-Landes weiter fragil. Die Folge ist, dass die Anleger ihre Portugal-Anleihen weiter abstoßen.

Anleger haben am Freitag erneut Anleihen von Portugal aus den Depots geworfen. Die Kurse der zehnjährigen Papiere gaben nach, so dass die Renditen um acht Basispunkte auf ein Drei-Wochen-Hoch von drei Prozent anzogen.

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Gegenwind am Kapitalmarkt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Schon die ganze Woche bekommt das Euro-Land Gegenwind am Kapitalmarkt zu spüren: Die Verzinsung stieg um mehr als ein Viertel Prozentpunkt an und damit auf Wochensicht so stark wie seit Mai nicht mehr. Auslöser ist die Sorge der Anleger vor einer Herabstufung Portugals. Ein Manager der Ratingagentur DBRS hatte am Dienstag verstärkte Sorge über das geringe Wachstum der portugiesischen Wirtschaft und die daraus resultierenden Folgen für die Kreditwürdigkeit des Landes geäußert.

Die kanadische DBRS bewertet als einzige Ratingagentur Portugals Bonität im Investmentbereich, was eine Mindestanforderung der EZB beim Anleihekaufprogramm ist. Der Ausblick ist "stabil" und soll am 21. Oktober überprüft werden. "Die Warnung von DBRS diese Woche hat in Erinnerung gerufen, dass Portugal aus dem Kaufprogramm der EZB fliegen könnte und dieses Risiko hatten die Leute nicht mehr auf dem Zettel gehabt", sagte Analyst Jan von Gerich von Nordea.

"Normalerweise hätte der Markt das ignoriert, aber nach dem Wiederaufleben der Ängste um DBRS hat es an Bedeutung gewonnen", sagte Commerzbank-Stratege David Schnautz. "Alle werden ganz genau darauf schauen was Fitch zu sagen hat, denn am Ende nimmt jede Ratingagentur die gleichen Informationen als Grundlage." Fitch bewertet Portugal mit "BB+" und einem stabilen Ausblick. Die Note liegt damit eine Stufe unter dem Investmentbereich.

Im Gegensatz zu Portugal hat Spanien am Bondmarkt momentan Oberwasser. Die Hoffnung auf ein Ende der politischen Hängepartie hatte die Rendite der zehnjährigen Anleihen am Donnerstag auf ein Rekordtief von 0,913 Prozent gedrückt. Am Freitag rentierten sie bei 0,928 Prozent.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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