Wirtschaft

Niedrigster Stand seit 1974 Portugal glänzt mit Mini-Defizit

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Ministerpräsident António Costa kann beim Defizit die EU-Vorgaben sogar übererfüllen.

(Foto: AP)

Krise bald überwunden? Mit dem kleinsten Haushaltsdefizit seit Wiedereinführung der Demokratie macht Portugal weitere Fortschritte. Die Vorgaben der EU werden damit zwar locker eingehalten. Doch die Schuldenlast ist immer noch groß.

Portugal hat im vergangenen Jahr so wenige neue Schulden angehäuft wie noch nie seit der Rückkehr zur Demokratie 1974. Das Defizit belief sich auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, wie das Statistikamt in Lissabon mitteilte. Damit wurde die mit der EU-Kommission für das vergangene Jahr ausgehandelte Marke von 2,5 Prozent von der sozialistischen Minderheitsregierung von Ministerpräsident António Costa eingehalten.

2015 lag die Neuverschuldung mit 4,4 Prozent noch klar über der in den EU-Verträgen festgelegten Obergrenze von drei Prozent. Für das laufende Jahr erwartet das Statistikamt einen weiteren Rückgang auf 1,6 Prozent.

Die portugiesische Wirtschaft ist zuletzt drei Jahre in Folge gewachsen. Portugal, das 2014 nach einer schweren Krise ein internationales Rettungsprogramm verlassen konnte, zählt zusammen mit Italien zu den am höchsten verschuldeten Volkswirtschaften in der Eurozone hinter Griechenland - vor allem weil 2014 und 2015 zwei Banken mit Steuergeldern gerettet werden mussten.

Gesamtschuldenlast überraschend gestiegen

Die Verbindlichkeiten waren im vergangenen Jahr sogar wieder auf 130,4 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen - von 129 Prozent im Jahr 2015. Die Regierung in Lissabon war von lediglich 127,7 Prozent für das vergangenen Jahr ausgegangen. "Erst wenn der Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sinkt, kann von einer Verbesserung der wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen gesprochen werden", sagte Analyst Filipe Garcia vom Finanzhaus Informacao de Mercados Financeiros.

Das Statistikamt rechnet für dieses Jahr mit einem Rückgang auf 128,5 Prozent. Von neuen Einschnitte bei den öffentlichen Investitionen raten Experten ab. "Es wäre besorgniserregend, wenn das für die Haushaltssanierung benötigt wird", sagte Ökonom Jose Cerdeira von der Banco BPI.

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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