Wirtschaft

"Schläge in alle Richtungen" Präsident Trump schickt Dollar auf Talfahrt

Im Wahlkampf verspricht Donald Trump Millionen neue Jobs und Billionen-Investitionen. Bei seiner Rede zum Amtsantritt erhoffen sich Investoren Hinweise auf das Wie und Wann - und werden enttäuscht. Der Dollar sackt ab.

Der Amtsantritt von Donald Trump im Weißen Haus lässt am Devisenmarkt Dollar-Investoren die Flucht ergreifen. Der Dollar-Index, der den Wert der US-Devise zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, sackte zu Wochenbeginn um ein halbes Prozent auf ein Sechseinhalbwochen-Tief von 100,21 Punkten ab.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,18

Der Euro kletterte im Gegenzug um 0,5 Prozent auf 1,0754 Dollar und notierte so hoch wie seit Anfang Dezember nicht mehr. Der japanische Yen fiel zum Dollar mehr als ein Prozent auf 113,18 Yen.

Trump schürt Unsicherheiten

Trump habe in seiner Rede bei der Vereidigung in Washington "unüberhörbar protektionistisch" geklungen und keine konkreten konjunkturellen und politischen Maßnahmen angekündigt, sagte DZ-Bank-Expertin Dorothea Huttanus. "Das macht dem Greenback auf breiter Front das Leben schwer." Auch die Experten der Commerzbank rechnen damit, dass es der Dollar künftig schwerer haben wird. Bislang habe sich Trump als "Elefant im Porzellanladen erwiesen" und nahezu alle Handels- und Vertragspartner vor den Kopf gestoßen. "Derlei Schläge in alle Richtungen und aufkeimende Unsicherheiten könnten Investoren auf Dauer auch die Lust auf Investitionen in den USA vergehen lassen."

Trump betonte in seiner ersten Rede als US-Präsident, einen harten außen- und wirtschaftspolitischen Kurs fahren zu wollen. Seine Amtszeit werde unter dem Motto "Amerika zuerst" stehen. Er will demnächst mit Mexiko und Kanada Neuverhandlungen über das Nordamerika-Handelsabkommen Nafta starten.

Commerzbank-Experten warnen vor einer Politik der Abschottung. "Sollte irgendwann der Rest der Welt nicht mehr bereit sein, Investitionen und Konsum der USA in zunehmendem Umfang zu finanzieren, werden die US-Haushalte zu einem geringeren Teil vom US-Wachstums profitieren als bislang. Für den Dollar hieße das deutliche Schwäche."

Quelle: ntv.de, bad/rts/DJ