Wirtschaft

Prognose erneut angehoben RWE strotzt vor Energie

imago90743971h.jpg

Noch dampft es bei RWE an vielen Ecken und Enden, doch bei der Ökostromerzeugung ist der Konzern nächstes Jahr nach eigenem Bekunden die Nummer zwei.

(Foto: imago images / Jochen Tack)

Der Energieversorger lässt die dunklen Tage seit dem Atomausstieg zunehmend hinter sich. Inzwischen wirft das laufende Geschäft wieder genug ab, um von Wachstum zu sprechen. Zudem wird die Strombilanz immer grüner.

Der lange unter den Folgen von Atomausstieg und Energiewende ächzende Stromkonzern RWE strotzt nach dem Deal mit seinem ehemaligen Konkurrenten Eon vor Zuversicht. Zum zweiten Mal in diesem Jahr hebt der Versorger seine Ergebnisprognose an. Den Umbau zu einem führenden Ökostromerzeuger kann RWE mit steigenden Gewinnen vorantreiben. "Wir haben eine finanzielle Basis, die wieder Wachstum ermöglicht", sagte Finanzvorstand Markus Krebber. Die Verschuldung habe sich seit Ende 2017 nahezu halbiert, die Eigenkapitalquote sei kräftig gestiegen.

RWE
RWE 25,97

RWE hatte im Zuge eines umfassenden Tauschs von Geschäftsaktivitäten die erneuerbaren Energien von Eon übernommen. Im nächsten Jahr kommt noch die Ökostromerzeugung der einstigen RWE-Tochter Innogy hinzu. RWE wird damit nach eigenen Angaben weltweit Nummer 2 bei der Windkraft auf See und europaweit Nummer 3 bei den regenerativen Energien insgesamt.

Noch profitiert RWE aber von seinem Stammgeschäft, die Ökostromaktivitäten sind erst zu einem kleinen Teil in den Quartalszahlen enthalten. Die Essener erwarten für das gesamte Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,8 bis 2,1 Milliarden Euro. Nach den ersten neun Monaten haben die Essener hier bereits 1,4 Milliarden Euro zusammen. Die Dividende will RWE aber nicht über die angekündigten 80 Cent je Aktie anheben.

Neben dem weiter brummenden Energiehandel trägt eine Entscheidung der EU-Kommission zu dem Anstieg bei. Brüssel hatte Großbritannien die Wiederaufnahme des Kapazitätsmarkts erlaubt, auf dem Stromerzeuger für das Bereithalten von Kraftwerken bezahlt werden. RWE rechnet deshalb mit einer Nachzahlung von 230 Millionen Euro.

Immer weniger Strom produziert RWE aus Braunkohle. In den ersten neun Monaten des Jahres waren es noch gut 35 Milliarden Kilowattstunden, fast ein Drittel weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gestiegene Großhandelspreise hätten aber den unter anderem durch den Rodungsstopp im Tagebau Hambach verursachten Rückgang ausgeglichen, sagte Finanzchef Krebber. Die Gespräche mit der Bundesregierung über die Stilllegung von Braunkohlekraftwerken im Zuge des Kohleausstiegs hätten inzwischen "Fahrt aufgenommen". Bei den Beschäftigten im rheinischen Braunkohlerevier herrsche aber wegen der ungeklärten Situation große Verunsicherung.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ