Wirtschaft
Die Privatvermögen kletterten 2017 auf rund 202 Billionen Dollar.
Die Privatvermögen kletterten 2017 auf rund 202 Billionen Dollar.(Foto: imago/Science Photo Library)
Donnerstag, 14. Juni 2018

Börsenboom füllt Privat-Kassen: Reiche werden immer reicher

Millionäre besitzen die Hälfte des globalen Vermögens - und das wird immer größer. Der weltweite Reichtum stieg im vergangenen Jahr um zwölf Prozent, wie eine neue Studie zeigt. Zu finden sind die Superreichen eher anderswo als in Deutschland.

Die gute Entwicklung an den Börsen hat die Reichen im vergangenen Jahr noch reicher gemacht. Das weltweite Privatvermögen wuchs um zwölf Prozent auf knapp 202 Billionen Dollar (171,4 Billionen Euro), wie aus einer Studie der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. Bereinigt um Währungsschwankungen lag das Plus bei sieben Prozent. Am größten waren die Zuwächse in Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Die meisten superreichen Menschen leben in den USA, China und Japan.

"Das Hoch an den Börsen und die Stärke vieler Währungen gegenüber dem Dollar haben dem weltweiten Vermögenswachstum einen enormen Schub gegeben", sagte BCG-Expertin Anna Zakrzewski. Davon profitierten vor allem Millionäre, bei denen sich dem "Global Wealth Report" zufolge inzwischen die Hälfte des weltweiten Vermögens ballt. 2012 lag ihr Anteil noch bei unter 45 Prozent. Damit bestätigt die Studie einmal mehr das Klischee von den Reichen, die immer reicher werden.

Das Finanzvermögen der Deutschen stieg der BCG-Analyse nach um währungsbereinigte 4,3 Prozent auf 7,5 Billionen Dollar. Damit rangiert Deutschland weltweit unverändert auf Platz fünf. An erster Stelle stehen die USA (80,5 Billionen Dollar), dahinter folgen China (20,7 Billionen), Japan (16,8 Billionen) und Großbritannien (9,3 Billionen).

Amerika ist auch das Land mit den meisten Millionären - hier steht Deutschland weltweit nur auf Platz sieben. Das vergleichsweise moderate Wachstum in Deutschland sei unter anderem auf das konservative Anlageverhalten zurückzuführen, heißt es in der Studie. 36 Prozent des Privatvermögens seien hierzulande Spareinlagen oder Bargeld, während lediglich 19 Prozent in Aktien und Fonds stecke. Im Ausland gehen die Menschen mehr Risiko ein - dort werden der Analyse nach nur 27 Prozent der Vermögen auf Sparkonten oder bar gehalten und 35 Prozent in Aktien oder Fonds.

Quelle: n-tv.de