Wirtschaft

Ukraine-Krieg als Grund Rheinenergie erhöht Gaspreis um 133 Prozent

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Die Preise bei RheinEnergie gehen drastisch nach oben.

(Foto: IMAGO/Steinach)

Eine Erhöhung des Gaspreises scheint angesichts der ausbleibenden russischen Lieferungen unausweichlich. In Köln zieht der regionale Energieversorger zum 1. Oktober die Preise aber noch schärfer an, als es bislang erwartet wurde.

Das Energieversorgungsunternehmen Rheinenergie mit Sitz in Köln hat zum 1. Oktober eine drastische Preiserhöhung bei Erdgas angekündigt. Der Preis pro Kilowattstunde von 7,87 Cent werde auf 18,30 Cent steigen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das bedeutet eine Steigerung von rund 133 Prozent. Der erhöhte Preis gilt für Bestands- und Neukunden.

Rheinenergie werde ab Anfang August alle Erdgas-Kundinnen und -Kunden anschreiben und über die neuen Preise informieren. Dabei werden auch die monatlichen Abschläge auf die Jahresrechnung angepasst, um hohe Nachzahlungen zu vermeiden.

Mit zwei Beispielrechnungen erläuterte der Energieriese die Auswirkungen auf den Verbraucher. In einer Kölner Wohnung mit 10.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch erhöhen sich die Jahreskosten auf rund 2002 Euro (vorher: rund 960 Euro), das ist eine Steigerung um etwa 108 Prozent oder konkret 1042 Euro.

In einer großen Wohnung oder einem kleineren Einfamilienhaus mit 15.000 Kilowattstunden Jahresbedarf betragen die neuen Jahreskosten rund 2918 Euro (vorher: rund 1353 Euro), das sind knapp 116 Prozent mehr oder konkret 1565 Euro. Kanzler Olaf Scholz hatte zuletzt eine Erhöhung der Gaspreise um zwei Cent pro Kilowattstunde genannt und von zusätzlichen Belastungen von jährlich 200 oder 300 Euro für eine vierköpfige Familie gesprochen.

Preise könnten weiter steigen

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Als Grund nennt Rheinenergie "eine fast 450-prozentige Steigerung der Beschaffungskosten für Erdgas im Vergleich der Beschaffungsperiode 2021/22 zu 2022/23". Ein Resultat aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Dadurch habe sich die Situation am Markt noch einmal deutlich verschärft. "Die Lage ist aktuell äußerst volatil, zumal nicht klar ist, wie viel Erdgas in Zukunft noch aus Russland kommt. Alternative Beschaffung aus anderen Quellen, etwa sogenanntes LNG (verflüssigtes Erdgas) ist deutlich teurer als der bisherige Erdgasbezug über Pipelines", heißt es in der Mitteilung.

Die Bundesregierung hatte zudem Ende Juli zwei neue Umlagen beschlossen, um die den Großhandelsunternehmen entstehenden Mehrkosten der Gasbeschaffung auf alle Endkunden zu verteilen. "Diese Mehrkosten entstehen, weil die Vorlieferanten ausfallende russische Vertragslieferungen teuer am Weltmarkt nachbeschaffen müssen", schreibt der regionale Energieversorger. Ebenso werde es eine Umlage für die Füllung der Gasspeicher geben. Beide Umlagen sollen zum 1. Oktober oder 1. November in Kraft treten. In den neuen Preisen von Rheinenergie seien diese Mehrkosten noch nicht berücksichtigt.

Quelle: ntv.de, mba

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