Wirtschaft

Aktien und Gold sind am besten Sachwerte sind ohne Alternative

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(Foto: REUTERS)

Die Deutschen halten nach wie vor am Sparbuch fest und vernichten damit ihr Vermögen. Ein Kapitalerhalt ist ohne eine Beimischung von Sachwerten nicht möglich. Die besten Aussichten gibt es bei Aktien und Gold.

Von ihrem liquiden Vermögen bunkern die deutschen Privathaushalte 40 Prozent auf Sparbüchern und Bankkonten – bei null Prozent Zinsen. Weitere 37 Prozent sind in Renten- und Lebensversicherungen investiert, die angesichts des Niedrigzinsumfelds kaum besser abschneiden als Sparbücher. Damit entfallen bei den Privatanlegern fast vier Fünftel ihres liquiden Kapitals auf Produkte, die kaum oder gar keine Erträge liefern. Grund ist das ausgesprochen hohe Sicherheitsbedürfnis der Deutschen.

Das Paradoxe ist, dass diese vermeintlich sicheren Anlagen alles andere als risikolos sind. Denn letztlich handelt es sich um beliebig vermehrbares Papiergeld. Davon druckt die EZB jeden Monat 80 Milliarden Euro. Sollte das zusätzliche Geld irgendwann einmal die Finanzmärkte verlassen und in der Realwirtschaft in Umlauf kommen, könnte Inflation plötzlich wieder ein Thema sein.

Nachhaltige Sicherheit bieten deshalb nur Sachwerte, also Immobilien, Unternehmensbeteiligungen - sprich Aktien - oder Gold. Beliebt ist bei den Deutschen vor allem Betongold. Das Engagement ist angesichts der günstigen Hypothekendarlehen zuletzt noch einmal stark gestiegen. Für viele Menschen ist es mittlerweile preiswerter, eine Wohnung zu kaufen als zu mieten. Die Immobilie zum Eigennutz rechnet sich.

Teures und aufwändiges Betongold

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Carsten Riehemann ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta & Co. und seit Mitte der 90er Jahre als Vermögensverwalter und Vermögensberater für Unternehmer, Privatkunden und Stiftungen tätig.

Bei einer fremdvermieteten Immobilie sieht die Rechnung allerdings schon ganz anders aus. Das gilt vor allem für die begehrten Top-Lagen. In den sieben größten Städten Deutschlands haben sich alleine im zurückliegenden Jahr Eigentumswohnungen um 13 Prozent verteuert. Die Mieten stiegen dagegen nur um zwei Prozent. Damit sind die heute angebotenen Immobilien gemessen am Mietzins inzwischen vielfach zu teuer. Außerdem ist eine fremdvermietete Immobilie mit einem nennenswerten Aufwand verbunden.

Wenn Papiergeld zu unsicher ist und Immobilien zu teuer sind, bleiben noch die Sachwerte Aktien, Gold und Private Equity. Was viele Anleger von einem Aktienkauf abhält, sind die börsentäglichen Schwankungen. Hier ist ein Umdenken dringend notwendig. Schwankungen bedeuten zwar Risiken in Form von Kursverlusten. Dem stehen aber entsprechende Chancen durch Kursgewinne gegenüber. Außerdem sollten Anleger Aktien nicht kurz-, sondern langfristig betrachten. Auf Sicht mehrerer Jahre glätten sich die Schwankungen spürbar. Angesichts der niedrigen beziehungsweise bei den meisten Bundesanleihen sogar negativen Zinsen und der hohen Dividendenrenditen sind Aktien noch immer günstig. Die gesamten Aktienrenditen, also Kursgewinne plus Gewinnausschüttungen, belaufen sich historisch betrachtet auf rund acht Prozent pro Jahr. Das dürfte auch in den kommenden Jahren realistisch sein. Aussichtsreich ist auch Private Equity, also die außerbörsliche Beteiligung an Unternehmen. Hier ist allerdings die Liquidität – sprich Handelbarkeit – beschränkt.

Im Gegensatz zu Aktien und Anleihen wirft Gold zwar weder Dividenden noch Zinsen ab. Aber Bundesanleihen kurzer und mittlerer Laufzeiten rentieren mittlerweile negativ. Das bedeutet, dass beim Gold aus dem entgangenen Gewinn (bei positiven Zinsen) ein vermiedener Verlust (bei negativen Zinsen) geworden ist. Außerdem ist Gold nach wie vor die ultimative Versicherung gegen Verwerfungen an den Finanzmärkten. Im Vorfeld des möglichen Brexit, der wahrscheinlichen Neuwahlen in Spanien und dem zunehmenden Auseinanderdriften Europas – an Donald Trump als möglichen Präsidenten in den USA gar nicht zu denken -  sollte Edelmetall in keinem Vermögensportfolio fehlen. Interessant ist auch die Mischung der beiden Sachwerte Aktien und Gold. Goldminenaktien sind derzeit so günstig bewertet wie selten zuvor.

Noch bleiben die Deutschen bei ihren bevorzugten Anlagen: Sparbuch, Versicherungen und Immobilien. Vielleicht führt die Einführung von Strafgebühren auf Bankkonten zum notwendigen Umsteuern. Institute wie die Postbank und die Bank Julius Bär denken bereits laut über die Abschaffung des kostenlosen Girokontos beziehungsweise über Strafzinsen auch für Privatanleger nach. Spätestens wenn das Halten von Papiergeld etwas kostet, dürfte auch der letzte Anleger erkennen, dass Sachwerte alternativlos sind.

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Quelle: n-tv.de

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