Wirtschaft

Mögliche Sabotage wird geprüft Schäden an Nord Stream lassen Gaspreis deutlich steigen

imago0167685556h.jpg

Während noch die Ursache für die Schäden an den Nord-Stream-Pipelines untersucht werden, steigt der Gaspreis deutlich.

(Foto: IMAGO/Future Image)

Materialschwäche oder Sabotage? Während die Spekulationen um die Schäden an den Nord-Stream-Pipelines zirkulieren, gibt es faktische Konsequenzen: Der Gaspreis legt deutlich um mehr als elf Prozent zu.

Mehrere Schäden an den Nord-Stream-Gaspipelines setzen den europäischen Erdgas-Markt unter Druck. Der europäische Future steigt um 11,5 Prozent auf 193,50 Euro, nachdem die Nord Stream AG mitgeteilt hat, dass das Nord Stream-Pipelinesystem auf dem Grund der Ostsee mehrere beispiellose Schäden erlitten habe und es unmöglich sei abzuschätzen, wann das System wiederhergestellt sein werde.

Obwohl keine der beiden Pipelines derzeit Gas nach Europa liefert, haben die Vorfälle Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Gasinfrastruktur in der EU geweckt. "Gaslecks sowohl bei Nord Stream 1 als auch bei Nord Stream 2 an drei verschiedenen Stellen klingen nicht nach einem Zufall", sagte Tom Marzec-Manser vom Analysedienst ICIS.

Am Montag war in den Erdgas-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 zunächst ein Druckabfall festgestellt worden. Beide Doppelröhren verlaufen von Russland über die Ostsee nach Deutschland.

Polen bringt russische Provokation ins Spiel

Behörden in Deutschland und Dänemark suchen weiterhin nach der Ursache. Die dänische Marine und deutsche Spezialisten bemühten sich um Aufklärung, hieß es aus Sicherheitskreisen. Bislang sei die Ursache für die Vorfälle nicht geklärt. Jedoch spreche einiges für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen. Polen schließe nicht aus, dass die von dänischen Behörden entdeckten Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 auf eine russische Provokation zurückzuführen seien.

Moskau zeigte sich seinerseits "extrem besorgt" über die Lage. "Dies ist eine noch nie dagewesene Situation, die dringend untersucht werden muss", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Auf die Frage, ob es sich um einen Sabotageakt handeln könnte, sagte er, es könne "keine" Option ausgeschlossen werden.

Quelle: ntv.de, als/dpa/rts/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen