Wirtschaft

Milliardenschwerer Börsengang Siemens drückt bei Healthineers aufs Tempo

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Healthineers erwirtschaft den Großteil seines Umsatzes in den USA.

(Foto: REUTERS)

Der Börsengang von Healthineers ist der größte seit der Deutschen Telekom und für das erste Halbjahr geplant. Doch Siemens will von der hervorragenden Stimmung an den Märkten profitieren und macht deswegen Tempo bei der Platzierung seiner Medizinsparte.

Siemens zieht Finanzkreisen zufolge den milliardenschweren Börsengang seiner Medizintechnik-Tochter Healthineers vor. Die größte Neuemission in Frankfurt seit der Deutschen Telekom solle noch vor Ostern über die Bühne gehen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen. Siemens wolle den offiziellen Startschuss bereits Anfang März geben, vier Wochen später soll Healthineers das Börsendebüt feiern.

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Bisher hatte Siemens einen Börsengang im ersten Halbjahr angepeilt. Den Insidern zufolge will sich der Industriekonzern aber die derzeit gute Stimmung an der Börse zunutze machen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Die Medizinsparte erwirtschaftet mit weltweit 47.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 14 Milliarden Euro, den größten Teil davon in den USA. Siemens will nur einen Minderheitsanteil an Healthineers an den Aktienmarkt bringen. Die Emission könnte angesichts einer Bewertung von bis zu 40 Milliarden Euro aber 6 Milliarden bis 10 Milliarden Euro schwer werden.

Zwischenzeitlich hatte Siemens-Chef Joe Kaeser überlegt, die Medizintechnik nicht in Frankfurt, sondern in den USA an die Börse zu bringen. Damit hätte er sich aber den US-Börsenregeln unterwerfen müssen und einen neuen Konflikt mit den deutschen Arbeitnehmern riskiert.

Quelle: n-tv.de, chr/rts