Wirtschaft

Chinesen auf dem Vormarsch Apple bleibt am wertvollsten

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Das neue iPhone X von Apple: Eine Smartphone als Markengesicht.

(Foto: REUTERS)

US-amerikanische Tech-Riesen dominieren auch 2017 die Rangliste der wertvollsten Konzerne. An der Spitze finden sich mit Apple, Alphabet und Microsoft drei bekannte Gesichter wieder. Doch ihre chinesische Konkurrenz holt mit schnellen Schritten auf.

Apple war auch 2017 das wertvollste Unternehmen der Welt, gefolgt von der Google-Mutter Alphabet und Microsoft. Das geht aus einer neuen Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) hervor. Die drei Unternehmen haben derzeit Börsenwerte von 875 Milliarden, 732 Milliarden und 661 Milliarden Dollar. Abgerundet werden die Top fünf durch Amazon und Facebook.

Allein sind US-amerikanische Unternehmen in den Top Ten allerdings nicht mehr: Erstmals sind zwei chinesische Internetkonzerne in die US-Phalanx eingebrochen. Tencent und Alibaba haben sich auf die Plätze sieben und acht vorgearbeitet. Beide haben ihren Börsenwert 2017 mehr als verdoppelt - auf 484 Milliarden und 444 Milliarden Dollar. Vor zwei Jahren lagen sie noch auf den Rängen 28 und 20. Spitzenreiter Apple hat 2017 einen Kurssprung von 41 Prozent hingelegt und ist nun 876 Milliarden Dollar wert.

Der Untersuchung zufolge bauen sieben der zehn teuersten Unternehmen auf digitale Geschäftsmodelle. Sogar Berkshire Hathaway, die Investmentgesellschaft von Börsenguru Warren Buffett, die auf traditionelle Branchen baut, musste Amazon und Facebook vorbeiziehen lassen und wurde zum ersten Mal seit Jahren aus den Top fünf verdrängt. Der US-Ölkonzern Exxon Mobil fiel von Platz fünf auf elf.

Europa unter ferner liefen

Die europäischen Top-Konzerne spielen an den internationalen Börsen nur eine untergeordnete Rolle. Aus deutscher Sicht schafften es mit SAP, Siemens, Bayer, Allianz, BASF und VW zwar sechs Unternehmen unter die Top 100. In der Summe waren sie mit 662 Milliarden Dollar aber etwa gerade einmal so viel wert wie Microsoft (661 Mrd.) allein. Das Softwareunternehmen SAP rangierte als teuerstes deutsches Unternehmen mit einem Börsenwert von 135 Milliarden Dollar auf Platz 62.

Als bestes europäisches Unternehmen schnitt der niederländische Energiekonzern Royal Dutch Shell auf Rang 17 ab mit einem Börsenwert von 276 Milliarden Dollar. Unmittelbar dahinter folgt mit dem Nahrungsmittelkonzern Nestle das erste schweizerische Unternehmen. Auch die Schweizer Pharmakonzerne Roche und Novartis liegen mit Börsenwerten von 213 Milliarden und 195 Milliarden Dollar noch deutlich vor dem deutschen Krösus SAP.

"Obwohl die europäische Wirtschaft sich derzeit deutlich erholt, spielen Europas Top-Konzerne an den Weltbörsen nur eine untergeordnete Rolle", analysierte EY-Deutschland-Chef Hubert Barth. Hohe Wertzuwächse an den Börsen werden ihm zufolge vor allem im Bereich digitaler Zukunftstechnologien erzielt. "Auf diesem Feld sind die US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen führend. In Europa dominieren dagegen noch die traditionellen Industriebranchen."

Siemens-Rivale stürzt tief

Großer Verlierer im Ranking ist aber General Electric. Der Siemens-Rivale verlor in diesem Jahr fast die Hälfte seines Börsenwerts und stürzte von Platz 10 auf 54 ab. Dabei ist der Wert der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt im Schnitt um fast 26 Prozent auf 20,2 Billionen Dollar gestiegen.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/rts

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