Wirtschaft

Starker Süden, schwacher Osten So sieht Deutschlands Arbeitsmarkt aus

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Insgesamt entwickelt sich der deutsche Arbeitsmarkt prächtig - regional betrachtet zeigen sich jedoch die Problemzonen.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

In der Fläche entwickelt sich der deutsche Arbeitsmarkt höchst unterschiedlich: Ein Blick auf die regionalen Erwerbslosenquoten offenbart enorme Unterschiede von Bundesland zu Bundesland. Die Trennlinien verlaufen längst nicht mehr nur zwischen Ost und West.

Der seit Jahren anhaltende Wirtschaftsaufschwung erfasst Deutschland alles andere als gleichmäßig: Bundesweit geht die Arbeitslosenquote im März zwar dank einer unerwartet kräftigen Frühjahrsbelebung auf 5,5 Prozent zurück. Aber ein Blick auf die Daten zu den regionalen Quoten in den Bundesländern zeigt, wie groß die Abweichungen mitunter ausfallen.

Denn regional betrachtet, stellt sich die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt weiterhin höchst unterschiedlich dar: In den westdeutschen Bundesländern etwa sank die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen zum Beispiel im März um 17.000 gegenüber dem Vormonat, im Osten nur um knapp 2000.

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Die Trennlinien der innerdeutschen Teilung verlaufen dabei aber längst nicht mehr nur zwischen den ostdeutschen Ländern und dem Westen. Thüringen, Sachsen und Brandenburg etwa stehen mit Arbeitslosenquote unter sieben Prozent deutlich besser da als zum Beispiel Nordrhein-Westfalen. Dort waren zuletzt 7,1 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ohne sozialversicherungspflichtiges Einkommen.

Auch von Nord nach Süd zeigt sich ein erhebliches Gefälle: Die regionale Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern lag im März bei überdurchschnittlichen 8,8 Prozent. In den beiden wirtschaftsstarken Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg dagegen verzeichnen die BA-Statistiker Erwerbslosenquoten von nur etwas mehr als drei Prozent.

Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnet die Bundesagentur im Frühjahr im Stadtstaat Bremen mit 10,1 Prozent, die niedrigste im Freistaat Bayern mit 3,2 Prozent. Besser als der Bundesdurchschnitt schneiden derzeit neben Bayern und Baden-Württemberg nur noch Hessen und Nordrhein-Westfalen ab, die mit dem Großraum Frankfurt am Main und der Region Köln/Bonn ebenfalls über zugkräftige Wirtschaftsstandorte verfügen.

Ohne diese vier starken Bundesländer sähe die Lage am deutschen Arbeitsmarkt deutlich trüber aus. Insgesamt fiel die Zahl der Arbeitslosen unter die Marke von 2,5 Millionen und damit auf den niedrigsten Stand in einem März seit der Wiedervereinigung. Bis Jahresende hält die Bundesagentur für Arbeit sogar ein Absinken auf annähernd 2,1 Millionen für möglich. Ob dieser Trend dann auch die vom Strukturwandel gezeichneten Regionen im Saarland, in NRW, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erfassen wird, steht noch in den Sternen.

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Quelle: n-tv.de

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