Wirtschaft

Risikofaktor Katalonien-Krise Spaniens Arbeitslosenquote sinkt

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"Das ist mehr als wir erwartet haben": Die spanische Wirtschaft scheint die Euro-Krise hinter sich zu lassen (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Ermutigende Entwicklung in Spanien: Im Südwesten der Eurozone geht die Zahl der Erwerbslosen deutlich zurück. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie zuletzt im Jahr 2008. Der Konflikt um die Unabhängigkeit Kataloniens könnte das Land jedoch zurückwerfen.

In Spanien ist die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren gefallen. Im dritten Quartal sei die Arbeitslosenquote auf 16,4 Prozent gesunken, teilte die nationale Statistikbehörde in Madrid mit. Damit war die Quote so niedrig wie seit dem vierten Quartal 2008 nicht mehr. Im zweiten Quartal 2017 lag die Arbeitslosenquote noch bei 17,2 Prozent.

Trotz des Katalonien-Konflikts zeigte sich die Regierung in Madrid für die weitere Entwicklung zuversichtlich. Seit der Hochphase der spanischen Euro-Schuldenkrise 2013 geht die Arbeitslosigkeit in der viertgrößten Wirtschaftsmacht der Eurozone tendenziell zurück. Anfang 2013 hatte die Arbeitslosenquote noch ein Rekordhoch von 26,9 Prozent erreicht.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit

Trotz der jüngsten positiven Entwicklung bleibt die Lage auf dem spanischen Arbeitsmarkt aber im europäischen Vergleich angespannt. Vor allem unter Jugendlichen ist die Erwerbslosigkeit nach wie vor sehr hoch. Wirtschaftsminister Luis de Guindos äußerte sich im Gespräch mit dem "Handelsblatt" jedoch optimistisch. Er rechnet in diesem Jahr mit einem starken Wirtschaftswachstum und einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahl.

Spaniens Wirtschaft werde laut jüngster Prognose der spanischen Regierung in diesem Jahr um mehr als drei Prozent wachsen und die Zahl der Arbeitslosen werde sich deutlich reduzieren, sagte de Guindos. "Das ist mehr als wir erwartet haben", sagte er der Zeitung. Sicher sind diese Schätzungen allerdings noch lange nicht: Nach Einschätzung der Regierung in Madrid hängt der Aufschwung nämlich auch von der weiteren Entwicklung im Katalonien-Konflikt ab.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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