Wirtschaft

Manipulation von Dieselmodellen Staatsanwälte durchsuchen Audi-Zentrale

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Die Fassade der Audi-Zentrale in Ingolstadt.

(Foto: imago/Sven Simon)

Im Abgas-Skandal beschäftigt sich die Münchner Staatsanwaltschaft erneut mit Audi: Gleich 18 Staatsanwälte suchen in der Ingolstädter Unternehmenszentrale nach Beweisen für manipulierte Dieselfahrzeuge.

Staatsanwälte haben erneut die Audi-Zentrale in Ingolstadt und Büros im Werk Neckarsulm durchsucht. Nach den bisherigen Ermittlungen wegen Abgasmanipulationen in den USA rückten jetzt auch in Europa verkaufte Autos mit Sechszylinder-Dieselmotoren in den Fokus der Ermittler, teilte die Münchner Staatsanwaltschaft mit. Der Kreis der Beschuldigten umfasse inzwischen 14 Menschen. Aktuelle oder ehemalige Vorstandsmitglieder von Audi seien nicht darunter.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Audi, in den USA und Europa ab 2009 mindestens 210.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft zu haben. Seit einem Jahr ermittelt sie wegen Betrugs und strafbarer Werbung. Am Dienstagmorgen durchsuchten 18 Staatsanwälte sowie zahlreiche Beamte des bayerischen und baden-württembergischen Landeskriminalamtes Audi-Räume in Ingolstadt und Neckarsulm und eine Privatwohnung in Baden-Württemberg.

Dritte Razzia seit März

Es handelt sich um die dritte Razzia bei Audi im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal. Vor einer Woche erst hatte die Staatsanwaltschaft die Wohnungen von sechs Audi-Technikern und Ingenieuren durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Als einziger Beschuldigter sitzt der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand weiterhin in Untersuchungshaft. Er wurde schon im September 2017 festgenommen. Eine Haftbeschwerde ist derzeit beim Oberlandesgericht München anhängig. Einer seiner früheren Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder freigekommen.

Vergangenes Jahr hatte die Staatsanwaltschaft während der Jahres-Pressekonferenz von Audi-Chef Rupert Stadler in Ingolstadt die Konzernzentrale durchsucht. Neben dem Ermittlungsverfahren führt die Staatsanwaltschaft auch ein Bußgeldverfahren gegen noch unbekannte Audi-Vorstände und gegen das Unternehmen.

Auf Anweisung des Kraftfahrt-Bundesamtes musste Audi Mitte Januar zudem fast 130.000 weitere Diesel zur Umrüstung in die Werkstätten zurückrufen. Die Behörde hatten in den Modellen A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7 mit der Abgasnorm 6 "unzulässige Abschaltvorrichtungen" festgestellt.

Quelle: n-tv.de, chr

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