Wirtschaft

20 Millionen Euro beiseitegeschafft? Staatsanwaltschaft klagt Schlecker an

Die Insolvenz der Drogeriekette Schlecker im Jahr 2012 kostete 25.000 Menschen den Arbeitsplatz. Schon damals gab es Streit um übertragenes Vermögen. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Klage gegen Firmenpatriarch Anton Schlecker.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen den Ex-Drogeriemarktunternehmer Anton Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts erhoben. Der 71 Jahre alte Schlecker und weitere Familienmitglieder sollen kurz vor der Schlecker-Pleite Millionen Euro beiseite geschafft haben.

Im Falle von Anton Schlecker geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft um vorsätzlichen Bankrott in mehreren Fällen, bei seiner Frau Christa und seinen beiden Kindern Meike und Lars um die Beihilfe zum Bankrott. Schleckers Sohn und Tochter müssen sich demnach auch wegen Insolvenzverschleppung und Untreue verantworten. Die Staatsanwaltschaft klagt daneben auch zwei Wirtschaftsprüfer, die in den Jahren vor der Insolvenz Schleckers Jahresabschlüsse geprüft haben sollen.

Laut "Stuttgarter Zeitung" wird Anton Schlecker demnach vorgeworfen, in 36 Fällen Geld beiseite geschafft zu haben. Es soll sich um insgesamt 20 Millionen Euro handeln. So soll er sein Geld vor allem durch Schenkungen an Kinder und Enkel übertragen haben, berichtete die Zeitung. An eine Firma seiner Kinder soll er Millionensummen übertragen haben. Die Strafverfolger werfen Schlecker nach den Berichten auch vor, falsche Angaben in Bilanzen gemacht und eine Falschaussage an Eides statt abgegeben zu haben.

25.000 Stellen verloren

Europas ehemals größte Drogeriekette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Etwa 25.000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz. Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro. Das Handelsunternehmen aus Baden-Württemberg hatte zu seinen Bestzeiten rund 9000 Märkte im In- und Ausland.

Nach einem Streit um übertragenes Vermögen aus dem Unternehmen zahlte die Familie Schlecker dem Insolvenzverwalter gut ein Jahr nach der Pleite 10,1 Millionen Euro. Der Versuch eines österreichischen Investors, einen Teil der Filialen mit dem Konzept eines modernen Tante-Emma-Ladens wiederzubeleben, scheiterte 2013.

Schlecker führte seine Firma in der Rechtsform eines eingetragenen Kaufmanns. Er haftete damit mit seinem Privatvermögen für das Unternehmen. Die Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität ermittelte drei Jahre im Fall Schlecker. Auf Bankrott stehe eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe, bei besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren Haft.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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